Neues Klimapaket vernichtet Aufträge in Millionenhöhe

Neues Klimapaket vernichtet Aufträge in Millionenhöhe
Foto: Roland Riethmüller

Aktuell verzeichnet der Heizungsbau Auftragsstornierungen in dreistelliger Millionenhöhe. Der Grund liegt im neuen Klimapaket der Bundesregierung. Eine Umfrage bei den SHK-Betrieben hat ergeben, dass allein in den vier Wochen nach Bekanntgabe der geplanten Fördermaßnahmen rund ein Drittel der 24.000 Innungsbetriebe im Durchschnitt zwei Auftragsstornierungen zu verzeichnen hatte. Die unklare Festlegung der Förderbausteine und Prämien hat zu einer Verbraucherverunsicherung geführt.

„Die von den Eigenheimbesitzern zurückgenommenen Aufträge summieren sich nach unserer Schätzung bereits jetzt auf einen dreistelligen Millionenwert“, erklärt Helmut Bramann. Damit bestätigt der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) das Eintreten der Befürchtungen, vor denen die Politik zuvor eindringlich gewarnt wurde. Nämlich dass die Auftragsstornierungen der Eigenheimbesitzer drastische Ausmaße annehmen werden. So würden die Investoren erst einmal abwarten, welche der in Aussicht gestellten Förderungen tatsächlich gesetzlich verankert würden. Gemeinsam mit der Heizungsindustrie fordert das Heizungsbauerhandwerk auch eine rückwirkende Förderungsmaßnahme.

Die Verbraucher sind verunsichert

Die Verbraucher sind wegen der unklaren Förderungslage verunsichert. Auch das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) trägt mit dazu bei. Dieses besagt, dass der Einbau neuer Ölheizungen nur noch dann möglich sein wird, wenn auch erneuerbare Energien zur Wärmegewinnung eingebunden werden. Es stellt sich deshalb die Frage, was den 3,1 Millionen Betreibern von Ölheizungen geraten werden soll, die in ländlichen Gebieten wohnen und keine Möglichkeit haben, auf Gas umzustellen. „Hier muss dringend eine Gerechtigkeitslücke geschlossen werden“, fordert Bramann. „Eine solche Benachteiligung ist unseren Ölheizungs-Kunden nur schwer vermittelbar.” Die Politik sollte daher mit einer höheren Förderung für den Austausch alter Ölheizungen gegensteuern. Dies erfordere allerdings auch eine klare und verständliche Verbraucheransprache. Die verschiedenen Fördermodelle zum Heizungstausch sollten gleichwertig ausgestaltet werden.

Was bisher geplant ist

Geplant sind zum jetzigen Zeitpunkt eine steuerliche Förderung von 20 Prozent für drei Jahre, außerdem eine Austauschprämie für Öl von bis zu 40 Prozent und KfW-Zuschüsse von derzeit bis zu 15 Prozent der Investitionssumme. Für die Handwerker und deren Kunden ist das ein Rechenexempel. Es wird eine klare Vereinfachung der Fördermaßnahmen gefordert. Außerdem ist im Interesse der Beratung mehr Transparenz nötig. Es macht keinen Sinn, wenn verpflichtende Beratungsgespräche nicht über die Förderungsmöglichkeiten und den Kostenrahmen aufklären würden. Dafür müssten kompetente Beratungen vor Ort durch die Energieberater des SHK-Handwerks stärker berücksichtigt werden.

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