Die neuesten Ergebnisse zeigen, dass sich die Bemühungen zur Verbesserung des Bildungssystems ausgezahlt haben und sich die Gesamtleistung der deutschen Schüler seit der letzten PISA-Studie im Jahr 2000 deutlich verbessert hat. Auch wenn die Verbesserungen der Schulleistungen noch nicht bei den Betrieben und dem Arbeitsmarkt ankommen, so werden die positiven Veränderungen im Bereich der Naturwissenschaften und Mathematik nachhaltig dem Handwerk zugute kommen. Experten mahnen jedoch zur konsequenten Fortsetzung der eingeleiteten Reformen.
Nach der Bekanntgabe der guten Ergebnisse der PISA-Studie 2009 zeigten sich zahlreiche Politiker, sowie Verbands- und Wirtschaftsvertreter erleichtert. „Der PISA-Test zeigt: Benachteiligte und theorieschwache Schüler müssen in der Schule weiter gezielt gefördert werden,“ erklärte Otto Klentzler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). Zur Erschließung des Ausbildungspotentials müssen vor allem bei Kindern aus bildungsfremden Familien, jedoch auch Kindern mit Migrationshintergrund weiter Lesebefähigungen und Sprachkompetenzen gezielt gefördert werden, da sie eine Schlüsselfähigkeit für den Erwerb weiterer Qualifikationen ist.
Auch der Vizepräsendent der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Dr. Gerhard F. Braun sieht den Durchbruch noch nicht beim Lesen. So ist die mangelnde Ausbildungsreife von 15-Jährigen in zehn Jahren nur um 4 Prozentpunkte von 22 Prozent auf 18 Prozent gesunken. Braun warnt davor, sich auf den Ergebnissen auszuruhen. So sei neben einer grundsätzlichen Verbesserung des schulischen Wissens auf der einen Seite, eine Persönlichkeitsentwicklung mit Werteorientierung und sozialen Kompetenzen auf der anderen Seite anzustreben. Auch die Eltern dürfen nicht aus der erzieherischen Verantwortung entlassen werden, obgleich der Ausbau schulischer Ganztagesangebote hoch auf der Agenda der Schulpolitik stehen muss.
Diesbezüglich widerspricht Heinricht Traublinger, MdL a.D., Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT): „Wir brauchen weder eine Einheitsschule, noch eine starke Vereinheitlichung des Bildungssystems.“ Seiner Meinung nach kann die von Prof. Andreas Schleicher, dem Chef der PISA-Studien, geforderte Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen kein nachhaltiges Mittel sein, um Bildungsbarrieren abzubauen. Mit dem dreigliedrigen Schulsystem in Bayern haben Schülerinnen und Schüler auf Bundesebene wie im internationalen Vergleich die besten Chancen. Traublinger fordert daher die Beibehaltung des bewährten Modells bei weitergehender Förderung von jungen Menschen gemäß ihrer Begabungen und persönlichen Neigungen.

















