Produktionsausfall droht! Baustoff-Fachhandel warnt vor Engpass

Produktionsausfall droht! Baustoff-Fachhandel warnt vor Engpass
Foto: Roland Riethmüller

Dem Baugewerbe drohen neue Lieferengpässe. Schuld daran sind nicht die Materialknappheit oder die Logistik. Vielmehr sind es die explodierenden Energiepreise, die für größere Produktionsausfälle sorgen könnten. Vom Baustoffhandel kommt jetzt ein Energie-Notruf und der dringende Appell an die Politik, alle vorhandenen Energiequellen zu nutzen. Dazu zähle auch Atomkraft und Kohle. Außerdem müsse der Staat auch Abstriche mache, wo er kräftig mitverdient.

Die Baustoffbranche hat einen Energie-Notruf gestartet und warnt vor einem “Material-Gap”. Schuld daran seien demnach aber nicht etwa die Materialknappheit und die Logistik. Verstärkt bedrohen die stetig steigenden Preise für Energie die Branche. „Wir stehen unmittelbar vor einem ‚Baustoff-Gap‘: Die explodierenden Energiepreise lassen größere Produktionsausfälle in der Baustoffherstellung als ein sehr wahrscheinliches Szenario erwarten“, erklärt Verbandspräsidentin Katharina Metzger, Präsidentin vom Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB). Der Baustoff-Fachhandel hat deshalb einen Energie-Notruf gestartet und übt massive Kritik an der Energiepolitik der Bundesregierung. Der Protest geht direkt an Bundeskanzler Olaf Scholz und an das Bundeskabinett. Gefordert wird, dass der Bund das Ruder in der Energiepolitik herumreißt.

Steigende Gefahr von Baustopps auf den Baustellen

So warnt Metzger insbesondere vor Lieferengpässen und Drosselung der Produktion. Dabei erinnert sie daran, dass leicht eine komplette Produktion lahmgelegt werde, wenn auch nur ein Bauteil fehlen würde. Das beginne bereits bei der Bodenplattendämmung. Der Baufortschritt könne durch solch kleine Ausfälle total gestoppt werden. Reihenweise lägen dann die Bauprojekte brach. Das würde zehntausende Arbeitsplätze gefährden. So schnell werde sich der Bau dann auch nicht mehr erholen. Das beträfe dann auch die Neubauziele der Bundesregierung. Schon jetzt kommen die Baustoffhersteller aufgrund der Energiepolitik der Bundesregierung in Bedrängnis.

Alle verfügbaren Energiequellen nutzen, um Lieferengpässe zu vermeiden

Der BDB fordert deshalb die Politiker auf, alle vorhandenen Energiequellen zu nutzen, darunter auch Kohle und Atomkraft. Außerdem müssten die Energiepreise gedeckelt werden. Es muss eine Preis-Obergrenze geben, wie das andere Länder bereits praktizieren. „Der Höchstpreis für Öl, Gas und Strom darf maximal 30 Prozent über den Kosten liegen, die im Februar – also vor Beginn des russischen Einmarsches in die Ukraine – aufgerufen wurden“, fordert Metzger. Zudem müsse der Staat dort deutliche Abstriche machen, wo er kräftig verdient. Alle gesetzlichen Abgaben müssten Abgaben und Umlagen deutlich reduziert werden. Die Steuern für Energie müssten ebenfalls gesenkt werden. Es ist aber auch an der Zeit, die Menschen darüber zu informieren, ob die Energiewende machbar ist. Es müsse endlich Schluss damit sein, am grünen Tisch über Energiewende-Ziele zu sprechen, ohne darauf zu achten, dass diese überhaupt verwirklicht werden können. Das beste Beispiel seien Solarpanels und Wärmepumpen. Es ist überhaupt nicht nachvollziehbar, wie lange die Produktion und Installation dauert. Energiepolitik ist Sozialpolitik und die Politiker verlieren nur an Vertrauen, wenn nach den Beschlüssen der Regierung Kritik kommt und Korrekturen verlangt werden. Lieferengpässe tragen nicht dazu bei, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern.

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