Schlichterspruch im Bauhauptgewerbe: bei Ablehnung droht Streik

Foto: Roland Riethmüller

Die Schlichtungsverhandlung im Bauhauptgewerbe hat zu einem Schlichterspruch geführt. Die beiden Tarifparteien müssen nun darauf reagieren und haben noch knapp 14 Tage Zeit, darüber abzustimmen. Der neue Tarifvertrag sieht in diesem Jahr eine pauschale Erhöhung der Tariflöhne und eine prozentuale ab dem kommenden Jahr vor. Die Laufzeit soll zwei Jahre betragen. Sollte der Schlichterspruch von Arbeitgeberseite nicht angenommen werden, droht ein Streik. 

Nach den gescheiterten Tarifverhandlungen im Bauhauptgewerbe hat der ehemalige Präsident des Bundessozialgerichts Rainer Schlegel als Schlichter im Rahmen des Schlichtungsverfahrens einen Schiedsspruch vorgelegt. Dieser Kompromiss sieht die Erhöhung der Tariflöhne und -Gehälter ab dem 01.05.2024 um 250 Euro vor. Daran anschließend ist zum 01.04.2025 im Tarifgebiet West eine weitere Erhöhung um 4,15 Prozent und im Tarifgebiet Ost um 4,95 Prozent vorgesehen. Ebenfalls sollen die Ausbildungsvergütungen angepasst werden. Ab Mai 2024 sollen diese bundeseinheitlich auf 1.080 Euro erhöht werden. Die Laufzeit soll insgesamt zwei Jahre betragen. Die Verhandlungskommission der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) hat dem Vorschlag zugestimmt und empfiehlt der Bundestarifkommission, sich dem Votum anzuschließen. „Es ist nicht das, was wir uns ursprünglich vorgestellt haben„, erklärt Robert Feiger, Bundesvorsitzender der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt und Schlichtungsobmann für die Gewerkschaft. „Man geht nie mit den Forderungen aus einer Verhandlung, mit denen man ursprünglich hineingegangen ist. Zähneknirschend tragen wir den Spruch mit.“

Arbeitnehmervertretung droht bei Ablehnung mit Streik

Die Schlichtungskommission der Arbeitgeber hat den Schlichterspruch ursprünglich abgelehnt. Daher hat die Arbeitgeber-Tarifgemeinschaft jetzt noch bis zum 3. Mai 2024 Zeit, darüber abzustimmen und dem Schlichterspruch doch noch zuzustimmen. Erfolgt eine Ablehnung, so hat die Arbeitnehmervertretung bereits Streik angekündigt. „Die Stimmung unter den Baubeschäftigten ist hochexplosiv“, sagt Feiger. So wurde in Wiesbaden lautstark die Verhandlungskommission der Gewerkschaft bei einer Kundgebung unterstützt. Rund 1.000 Beschäftigte aus ganz Deutschland nahmen an der Kundgebung teil. 

Zustimmung zum Schlichterspruch entscheidet über Ende des Tarifstreits

Der letzte Abschluss im Bauhauptgewerbe war im Herbst 2021. Seitdem seien die Lebenshaltungskosten immens angestiegen, betont die IG Bau. Bei den Beschäftigten am Bau mache sich Leere im Geldbeutel breit. Ohne eine Tariferhöhung gehe es nicht weiter. Die Arbeitgeber seien jetzt am Zug. Jetzt müssten sie zeigen, ob sie Verantwortung übernehmen wollen. Verhandlungspartner der IG Bau sind der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) und der Hauptverband des Deutschen Bauindustrie (HDB). Auf ihre Zustimmung kommt es nun an. Doch auch die Bundestarifkommission der IG Bau wird erst in den nächsten 14 Tagen endgültig über den Schlichterspruch entscheiden.

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Das ist alles sehr interessant. Allein auf dieser Web Seite werden in kurzem Abstand 2 Dinge aufgezeigt die sich mehr als ausschließen. Jeder gute Arbeitgeber wird die Löhne steigen lassen wollen. Aber bitte auch immer die Gegenseite mit im Blick behalten. Die Mehrkosten die dadurch entstehen müssen gedeckt werden. Wenn auf der Auftraggeberseite keiner ist, der diese Mehrkosten tragen kann oder will wird nicht mehr gebaut. Und die Mähr vom billigem Bauen – bitte vergesst es – das kann nicht zusammen passen. Der nächste Artikel wird bestimmt kommen und uns sagen, dass die Zementindustrie gewaltige Kosten auf sich nimmt um CO² zu speichern. Ja bitte , wie soll da eine Kostenreduktion am Bau entstehen?
Passender Artikel dazu –
https://www.meistertipp.de/aktuelles/news/krise-im-wohnungsbau-droht-der-wirtschaft-ein-kollaps/

Entweder Lohnerhöhung oder Streik; und ich dachte, Erpressung wäre verboten.
Desweiteren macht sich keiner der Beteiligten darüber Gedanken, bis zu welchem Monat wohl schon Angebote abgegeben und Aufträge angenommen wurden.
Diese Gehaltsschrauben schaufeln Deutschland noch in den Ruin.
Hoch lebe die aufkommende Schwarzarbeit.

Sei schlau, geh nicht zum Bau. Wer möchte in dieser Branche arbeiten, wenn die Arbeitgeber nicht einmal beim Inflationsausgleich mitgehen. Wo andere Branchen bis zu 10% Lohnerhöhung bekommen, bekommt der Bau bestenfalls magere 4,15% bzw. 4,95%. Wo sind die Gewinne des Baubooms der letzten Jahre hin? Dass die Arbeitgeber sich weigern den Bauarbeitern, die jeden Tag schwere Arbeit leisten, dass zuzusprechen was in anderen Branchen normal ist, ist absolut rücksichtslos.

Zuletzt bearbeitet am 2 Jahre vor von Andreas

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