Schwarzarbeit am Bau – Bauwirtschaft appelliert an Aufrichtige

Bild zu: Schwarzarbeit am Bau - Bauwirtschaft appelliert an Aufrichtige
Foto: Roland Riethmüller

Der kürzlich durchgeführte Großeinsatz gegen Schwarzarbeit in Nordrhein-Westfalen wirft ein fahles Licht auf die Bauwirtschaft. Dabei wird wieder einmal deutlich, dass das Krebsgeschwür Schwarzarbeit nur schwer zu bekämpfen ist. Aus diesem Grund fordert die Gewerkschaft ein energischeres Durchgreifen und bietet aktiv Hilfe bei Kontrollen an. Nur wenn die Aufrichtigen für saubere Baustellen sorgen, kann der Sumpf ausgetrocknet werden.

Vor kurzem ist wieder einmal ein erfolgreicher Schlag gegen die organisierte Schwarzarbeit gelungen. So hatte der Zoll vergangene Woche in Nordrhein-Westfalen die kriminellen Machenschaften von einem Netzwerk aus rund 450 Bauunternehmen aufgedeckt. Dabei belaufe sich der Schaden durch Schwarzarbeit auf rund 38 Millionen Euro. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) hält dies jedoch nur für die Spitze vom Eisberg. “Durch diesen Erfolg des Zolls wird offensichtlich, wie sehr die Verhältnisse in der Branche in Schieflage geraten sind”, erklärt der stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Dietmar Schäfers besorgt. “Alle Beteiligten müssen jetzt das Steuer herumreißen und dafür sorgen, dass die Bauwirtschaft nicht länger lukratives Betätigungsfeld von Schwerstkriminellen ist.”

Es muss endlich etwas gegen Schwarzarbeit unternommen werden

Dabei reiche es Schäfers nicht aus, nur Bündnisse gegen Schwarzarbeit einzugehen. Den Ankündigungen müssten endlich Taten folgen, sonst seien sie nicht mehr als ein zahnloser Tiger. Die IG Bau fordert daher mehr Personal für mehr Kontrollen durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit und die bundesweite Einrichtung von Schwerpunktstaatsanwaltschaften in allen Bundesländern.

Auch die Aufrichtigen müssen handeln, um nicht am Ende geschädigt zu werden

Denn am Ende wird nicht nur der Staat durch die Schattenwirtschaft geschädigt. “Alle Gesetzestreuen am Bau werden durch solche kriminelle Banden betrogen, und das Image der Branche geht den Bach runter”,.befürchtet Schäfers. Daher fordert die IG Bau zusammen mit allen Beteiligten und dem Staat sich gegen die Machenschaften zu wehren. “Wir brauen einen Aufstand der Aufrichtigen, damit nicht am Ende der Ehrliche der Dumme ist”, fordert Schäfers und bietet aktive Hilfe bei Überprüfungen nach dem sogenannten Genfer Modell an. Denn in der Schweiz übernimmt die Gewerkschaft zusammen mit den Arbeitgebern die Kontrolle von Baustellen.

Kommentare

0 0 votes
Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Dieser Beitrag hat Ihnen gefallen?

Dann melden Sie sich doch gleich an zum kostenlosen E-Mail-Newsletter und lassen sich über weitere Neuigkeiten wöchentlich informieren!

Hinweis: Sie können den Newsletter von meistertipp.de jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.

Das könnte Sie auch interessieren

Messen & Kongresse 2024

Der große Meistertipp-Kalender: Messen und Kongresse 2024 für Bauindustrie, Baugewerbe, Bauhandwerk und die Bauwirtschaft.

Newsletter

Verpassen Sie nichts mehr mit unserem kostenlosen Newsletter. So werden Sie frühzeitig über anstehende Veranstaltungen informiert und bleiben immer auf dem neusten Stand.

Hinweis: Sie können den Newsletter von meistertipp.de jederzeit und kostenfrei abbestellen. Ihre Daten werden nur zum Versand des Newsletters genutzt. Wir geben Ihre Daten nicht weiter. Mehr Informationen zum Umgang mit Nutzer-Daten finden Sie in unserer Datenschutz-Erklärung.