Sozialer Wohnungsbau – mehr Engagement gefordert

Sozialer Wohnungsbau - mehr Engagement gefordert
Foto: Roland Riethmüller

Eine aktuelle Studie macht deutlich, dass Bayern die Auswirkungen der Corona-Krise mehr spüren wird als andere Bundesländer. Trotzdem darf auch in Krisenzeiten der Klimaschutz nicht vernachlässigt werden. Die Politik muss auch dort Impulse setzen, wo bereits vor der Corona-Pandemie Handlungsbedarf bestand. Der soziale Wohnungsbau kommt dabei zu kurz. Doch kostengünstiges Bauen ist immer noch möglich.

„Die Einhaltung der staatlichen Vorgaben ist aktuell kein Problem”, kommentiert Thomas Bader, Inhaber der Ziegelwerke Leipfinger-Bader und stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) die geltenden Corona- Schutzmaßnahmen. “Unsere Fertigung ist fast vollständig automatisiert. Die wesentliche Steuerung und Wartung der Anlagen erfolgt digital, so dass es in der Produktion zu keinen gesundheitskritischen Kontakten kommt“. Auch im Betrieb seien die Kontakte mit den Kunden auf ein Minimum reduziert worden. In der Logistik werde auf die strikte Einhaltung der Hygiene-, Abstands- und Schutzmaßnahmen geachtet.

Aufgaben nach Corona

Gleichzeitig nimmt Bader dazu Stellung, wie sich die Corona-Pandemie auf die bayerische Bauwirtschaft auswirkt und welche dringenden Aufgaben nach Corona erledigt werden müssen. So sind lediglich auf den Baustellen die Auswirkungen zu spüren. Viele ausländische Arbeitskräfte können wegen der Grenzschließungen nicht einreisen. Das führt zu Verzögerungen und wird auch ein Abschwächen der Konjunktur nach sich ziehen.

Sozialer Wohnungsbau hat Dringlichkeit

Auch das Thema Sozialer Wohnungsbau darf nicht ins Stocken geraten.So fordert Bader, dass die Politik dort ansetzen müsse, wo bereits vor der Corona-Pandemie Handlungsbedarf bestand. Vor allem im sozialen Wohnungsbau wird mehr Engagement gewünscht, da er in der Corona-Krise vollständig zum Erliegen gekommen sei. Seit dem Jahr 2015 sind nur 400 staatlich geförderte Wohnungen entstanden. „Das lukrative Hochpreis-Segment mit Quadratmeterpreisen zwischen 6.000 und 10.000 EUR wird überproportional bedient, das weniger attraktive Niedrigpreis-Segment komplett vernachlässigt“, so Bader weiter.

Unverständnis in der Politik

Zum Thema Klimaschutz und Holzbauförderung erklärt Bader, dass eine nachhaltige Produktion schon immer in Eigeninteresse gelegen hätte. Wie der Rest der Branche auch, werde die Produktion auf regenerative Energieversorgung umgestellt. Hier bestehe aber ebenfalls Handlungsbedarf aus der Politik. Dabei müssten jedoch Wirtschaft und Politik an einem Strang ziehen. Der Bau mit Holz ist gewollt und wird auch gefördert. Allerdings ist die Unkenntnis der Politiker nicht zu verstehen, die den Unterschied zwischen Holzmassiv- und Holzständerbauweise nicht kennen. Ein massiv gebautes Holzhaus ist qualitativ ebenso hochwertig, wie ein massiv gebautes Ziegelhaus. Nur werden hierzulande meistens in Holzständerbauweise gebaut. Der Holzanteil liegt hier aber nur bei zehn Prozent. Diese Gebäude haben mit einer nachhaltigen und langlebigen Bauweise nicht das Geringste zu tun. Mehr Nachhaltigkeit kann aber nur durch den Verzicht von umweltbelastenden Materialien erreicht werden.

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