Im Tarifkonflikt des Baugewerbes mit bundesweit rund 700.000 Beschäftigten ist die Schlichtung beendet. Der Schlichter und frühere Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement hat das Ergebnis vorgestellt. Das Schlichtungsergebnis wird gültig, wenn es die Beteiligten innerhalb von zwei Wochen annehmen.
Das Schlichtungsergebnis regelt die Erhöhung der Entgelte in zwei Schritten bei einer Laufzeit vom 1. April 2011 bis 31. März 2013.
Im Westen könnten die Löhne zum 1. Mai 2011 um 3,0 Prozent und ab 1. Juni 2012 um 2,3 Prozent ansteigen. Dazu kommt eine Komponente zur Alterssicherung.
Im Osten sollen die Löhne zum 1. Juni 2011 um 3,4 Prozent und ab dem 1. August 2012 um 2,9 Prozent angehobnen werden. Eine Angleichung der Mindestlöhne in Ost und West wird angestrebt sowie ein Beitrag zur Alterssicherung vereinbart.
Die IG BAU hatte 5,9 Prozent mehr Geld und eine entsprechende Anhebung der Mindestlöhne gefordert. Die Arbeitgeber boten zuletzt ein Einkommensplus in zwei Stufen von je 2,0 Prozent bei 24 Monaten Vertragslaufzeit und zwei Einmalzahlungen im Volumen von 0,5 Prozent.
„Mit dem Tarifergebnis haben wir einen tragfähigen Kompromiss gefunden“, sagte der IG BAU-Verhandlungsführer Dietmar Schäfers. „Nach äußerst hartem Ringen haben wir mit dem Schlichtungsergebnis ordentliche Lohnerhöhungen erzielt und einen ersten wichtigen Schritt auf dem Weg zur Angleichung der Ost- an die Westlöhne erreicht.“
Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Dipl.-Ing. Klaus Hering, Vizepräsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, erklärte: „Der Schiedsspruch berücksichtigt die unterschiedlichen Interessen von Ost und West angemessen. Insbesondere die volumenmäßige Belastung für die Ost-Unternehmen bleibt im vertretbaren Rahmen, wobei auch ein weiterer Schritt zur Angleichung von Ost- und Westtarifen gelungen ist, um zur Schaffung eines einheitlichen Tarifgebietes in Deutschland zu kommen.“

















