Der Austausch alter Heizungen bleibt ein zentrales Thema für die Wärmewende im Gebäudebestand. Während die politische Debatte häufig um Akzeptanzfragen kreist, zeichnet jedoch eine aktuelle Untersuchung ein anderes Bild: Viele Eigenheimbesitzer stehen der Wärmepumpe grundsätzlich offen gegenüber, sehen sich jedoch mit erheblichen finanziellen Hürden konfrontiert. Vor allem die Investitionskosten und die persönliche Lebenssituation entscheiden darüber, ob ein Heizungstausch tatsächlich umgesetzt wird. Damit rückt die Ausgestaltung des geplanten Gebäudemodernisierungsgesetzes (GmodG) stärker in den Fokus.
Neue Daten der Initiative Klimaneutrales Deutschland (IKND) und des Thinktanks Zukunft KlimaSozial zeigen deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Einkommensgruppen. Rund 70 Prozent der Eigenheimbesitzer mit einem monatlichen Haushaltseinkommen von weniger als 2.500 Euro besitzen keine Wärmepumpe und planen auch keine Anschaffung. Bei Haushalten mit mehr als 7.500 Euro Einkommen liegt dieser Anteil dagegen nur bei rund 30 Prozent. Die Ergebnisse basieren auf einer repräsentativen Befragung von mehr als 2.000 selbstnutzenden Hausbesitzern.
Finanzierung bei der Wärmepumpe wichtiger als Technik
Nach Angaben der Autoren spielen technische Vorbehalte beim Umstieg auf die Wärmepumpe nur eine untergeordnete Rolle. Entscheidend seien vielmehr die Kosten und die Frage, ob sich die Investition für die jeweilige Lebenssituation rechne. „Die Wärmepumpe hat ein Finanzierungsproblem und kein Akzeptanzproblem, wie man aus der politischen Debatte manchmal vermuten könnte“, erklärt Carolin Friedemann, Geschäftsführerin und Gründerin der Initiative Klimaneutrales Deutschland. „Unsere Daten zeigen: Eigenheimer sind für den klimafreundlichen Wechsel im Heizungskeller bereit. Dabei bietet die Wärmepumpe die Chance, sich langfristig gegen steigende Preise für fossile Energieträger abzusichern – vorausgesetzt, die finanziellen Rahmenbedingungen stimmen.“ Gerade jüngere Eigentümer stehen häufig unter besonderem finanziellen Druck. Viele haben ihre Immobilie erst vor wenigen Jahren erworben und bedienen noch laufende Kredite. Entsprechend hoch ist die Abhängigkeit von staatlichen Förderprogrammen. Zwei Drittel der unter 45-Jährigen geben an, auf finanzielle Unterstützung angewiesen zu sein, um einen Heizungstausch umzusetzen.
Forderung nach gezielter Förderung
Vor diesem Hintergrund fordern die Autoren eine langfristig verlässliche und stärker auf unterschiedliche Einkommensgruppen zugeschnittene Förderung. Die geplante Reform des Heizungsgesetzes dürfe nicht dazu führen, dass die Unterstützung für energetische Sanierungen geschwächt werde. „Eine gezieltere, einkommensgestaffelte Förderung beim Heizungstausch sollte auch nach der Reform des Heizungsgesetzes sichergestellt werden, damit auch einkommensschwachen Haushalten der Umstieg auf fossilfreie Technologien ermöglicht wird“, fordert Brigitte Knopf, Direktorin von Zukunft KlimaSozial. „Zudem ist es wichtig, dass das Volumen der Gebäude-Förderung Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) in ausreichender Höhe fortgesetzt wird und mögliche Kürzungen im Klima- und Transformationsfonds nicht zu Lasten der BEG gehen.“
Aber Heizungstausch braucht mehr als Fördergelder
Neben finanziellen Anreizen sehen die Experten auch einen Bedarf an besserer Beratung. Insbesondere ältere Hauseigentümer, die häufig keinen Heizungstausch mehr planen, benötigten zusätzliche Unterstützung bei der Entscheidungsfindung. „Jenseits der Finanzierung braucht es für die praktische Umsetzung niedrigschwellige Informations- und Beratungsangebote wie Sanierungslotsen und One-Stop-Shops als zentrale Anlaufstellen für Eigenheimer, die ihr Zuhause klimaneutral sanieren wollen“, so Brigitte Knopf. Für das Handwerk und die SHK-Branche sind die Ergebnisse von besonderer Bedeutung. Sie zeigen, dass die Nachfrage nach Wärmepumpen weniger an der Technologie selbst scheitert als an den Investitionskosten. Die künftige Entwicklung des Marktes dürfte deshalb maßgeblich davon abhängen, ob Politik und Förderprogramme die Finanzierung des Heizungstauschs dauerhaft erleichtern können.


















Die Wärmepumpe ist in Deutschland einfach noch immer zu teuer – in anderen Ländern geht es doch deutlich preiswerter und es ärgert einen, dass diese Preispolitik durch die Bezuschussung der Bundesregierung weiter befördert wird. Wäre der Austausch für z.B. € 8.000,- an mein bestehendes Wasserführendes Gas-Heizungssystem (Stand 2013) möglich, wären wir sofort dabei. Auch ohne Förderung.
Das ist tatsächlich leider so, in Deutschland wird von den Herstellern und auch den Ausführungsbetrieben leider eine „Abzocke“ betrieben (ähnlich wie bei Elektro-Autos). Wir selbst haben
Angebote für eine Luft-Wasser-WP erhalten, EFH 110 m², da brauche ich noch 2-3 Leben, um eine Amortisation zu erreichen.
Man kann es deutlich vereinfachen.
In Schweden wird bei Handwerkerarbeiten und insbesondere, wenn es um bauliche Maßnahmen geht – darunter fällt auch die Wärmepumpe – eine Steuerreduktion gewährt. Damit Arbeiten für Privathaushalte machbar sind, wird diese Steuervergünstigung gleich bei der Rechnungstellung abgezogen. Somit muss der Eigentümer nicht Geld vorstrecken, um dann später das Geld vom Staat wieder zurück zu bekommen. Spart also Geld und Bürokratie.
Wir haben im Rahmen einer Denkmalsanierung eine Erdwärmeanlage für sehr viel Geld einbauen lassen. Sogar mit Förderung lag der Preis, den wir zu tragen hatten immer noch beim Mehrfachen z.B. einer Gastherme.
Und dann kommt dazu, dass wir eigentlich auch noch gleich ein Solarfeld dazu hätten bauen lassen können, um die Pumpe betreiben zu können!
Also kostenmäßig heizen wir derzeit mit Strom, sind aber auf dem Papier klimaneutral.
Ein schlechter Witz, leider.
Als Ergebnis – um die Stromkosten überschaubar zu halten – bringt die Anlage nun nur die Grundlast (15°) und Warmwasser; der Rest wird mit den zum Glück verbliebenen Holz- und Kohleöfen betrieben.
1997 im Neubau meines EFH hat die WP (Sole mit Tiefenbohrung) ca. 10.000 DM (nur Gerät) gekostet.
der vorsorgliche Ersatz 2024 hat mit 30.000 € zu Buche geschlagen.
Was stimmt hier nicht?