Auch im Handwerk stehen große Veränderungen an, denn das Interesse an Building Information Modeling (BIM) steigt zunehmend auch in Handwerksbetrieben. Daher entwickelte eine Studentin ein Konzept zur Einführung von BIM in Bauhandwerk, wofür sie mit dem BIM-Award 2024 ausgezeichnet wurde. Ihre Forschung zeigt die Chancen der Digitalisierung für kleine und mittlere Unternehmen auf und bietet konkrete Lösungsvorschläge für die erfolgreiche Implementierung. Denn BIM verspricht Wettbewerbsvorteile durch Effizienzsteigerung und Kostenoptimierung.
Im Bauwesen gewinnt Building Information Modeling (BIM) als zentrale Technologie zunehmend an Bedeutung. Ursprünglich als ganzheitliche Methode entwickelt, wurde sie von Beginn an allerdings eher für die Bauplanung in Architekturbüros eingesetzt. Doch allmählich gewinnt die Methode auch in der Bauausführung im Handwerk immer mehr an Relevanz. Jacqueline Kuhn, Studentin im Fachbereich Architektur, Bauingenieurwesen, Geomatik und ausgebildete Malermeisterin, entwickelte im Rahmen ihrer Bachelorarbeit an der Frankfurt University of Applied Sciences ein Konzept, das BIM speziell für Handwerksbetriebe zugänglich macht. Für diese innovative Arbeit wurde sie vom BIM Cluster Hessen mit dem BIM-Award 2024 in der Kategorie Forschung & Lehre ausgezeichnet. Kuhn beleuchtet mit ihrer Forschung die Herausforderungen und Chancen, die BIM für Handwerksbetriebe mit sich bringt. Denn bisher setzt fast ausschließlich die Bauindustrie mit größeren Bauvorhaben auf die digitale Methode zum Planen und Bauen. Viele kleine und mittlere Handwerksunternehmen stehen noch vor der Frage, ob und wie sie die Technologie in ihre Betriebsabläufe integrieren können. Kuhns Arbeit bietet hier konkrete Lösungsansätze, um auch den Handwerkssektor fit für die digitale Zukunft zu machen.
Digitalisierung im Handwerk: Status Quo und Potenzial
Laut Kuhns Umfrage unter 539 Malerbetrieben wird BIM derzeit fast ausschließlich in der Planungsphase angewandt. Die ausführenden Gewerke bleiben oft außen vor, was ein grundlegendes Problem darstellt. Dies zeigt, dass die Digitalisierung im Handwerk, vor allem hinsichtlich der Nutzung von BIM, noch in den Kinderschuhen steckt. 91,5 Prozent der befragten Betriebe hatten bisher keine Berührungspunkte mit der BIM-Methode. Ein Großteil der Unternehmen sieht in der Einführung von BIM bürokratische Hürden und fürchtet eine Verkomplizierung der Abläufe.
Dennoch zeigt die Untersuchung auch, dass es ein wachsendes Interesse an der Technologie gibt. Insbesondere bei einer entsprechenden Auftragslage können sich rund zwei Drittel der Befragten vorstellen, BIM künftig einzusetzen. Das gilt besonders im Hinblick auf die wachsende Zahl öffentlicher Bauvorhaben, für die BIM schon vor einigen Jahren verbindlich eingeführt wurde.
Schritte zur erfolgreichen Implementierung von BIM
Um BIM erfolgreich in Handwerksbetrieben zu implementieren, hebt Kuhn die Notwendigkeit der Schaffung von Akzeptanz unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hervor. Schulungen, Weiterbildungen und die Bereitstellung geeigneter Endgeräte sind essenziell, um die Belegschaft mit den neuen Technologien vertraut zu machen. Entscheidend ist auch, dass die Softwarelösungen benutzerfreundlich gestaltet sind und auf die spezifischen Anforderungen kleinerer Betriebe zugeschnitten werden.
Wettbewerbsvorteile für innovative Handwerksbetriebe
Die Vorteile einer frühzeitigen BIM-Einführung für Handwerksbetriebe sind vielversprechend. Unternehmen, die bereits über Erfahrung mit der Methode verfügen, können sich einen klaren Wettbewerbsvorteil verschaffen. Besonders in den Bereichen Kostenoptimierung, Fehlerreduktion und Effizienzsteigerung bietet die digitale Baumethode erhebliche Potenziale. Insbesondere im öffentlichen Bau, wo BIM zunehmend gefordert wird, könnte dies in den kommenden Jahren zu einem entscheidenden Faktor für den Erfolg von Handwerksbetrieben werden.


















Ich hätte mich über die Darstellung von konkreten Lösungsansätzen gefreut, der Einsatz von entsprechenden Endgeräten mit bedienerfreundlicher Software ist obligatorisch