Egal ob ein Eigenheim neu gebaut werden soll oder der Putz bröckelt und die Renovierung ansteht der private Bauherr muss sich für einen Fachmann entscheiden. Mehr als 4,8 Millionen Menschen beschäftigt das deutsche Handwerk, ein Großteil davon im Bauhandwerk. Doch wie findet ein potenzieller Auftraggeber eigentlich einen richtig guten Fachmann im Handwerk. Oder anders herum, was muss man als Fachbetrieb tun, um gefunden zu werden?
Mit das wichtigste ist, dass der Betrieb in der Handwerksrolle eingetragen ist. Der doch schon etwas ältere Begriff Handwerksrolle bedeutet nichts anderes als ein öffentlich anerkanntes Register der Handwerksbetriebe nach Gewerken. So gibt es zum Beispiel je eine Handwerksrolle für Schreiner, Klempner, Maurer oder Maler. Die Handwerksrollen werden von den regionalen Handwerkskammern verwaltet und zu deren Mitgliedschaft man mit der Gewerbeanmeldung in vielen Handwerksberufen verpflichtet wird. Dem privaten Bauherren gibt der Zentralverband des Deutschen Handwerks einen Überblick über die zuständigen Kammern. Bei den unterschiedlichen regionalen Kammern können sich potenzielle Auftraggeber meist telefonisch beraten lassen und oft auch online aus einer Mitgliederliste Kontaktdaten zum Handwerksbetrieb erhalten.
Die meisten Handwerkskammern verfügen über eine online- Handwerker- Suchmaschine und bieten Internetportale mit Informationen über ihre Fachbetriebe an. So finden Bauherren ganz schnell eingetragene Betriebe in der Nähe. Viele Bauherren achten auf geringe An- und Abfahrtswege um Mehrkosten für Anfahrten zu vermeiden. Auch die Innungen sind ein guter Ansprechpartner für die Suche der Bauherren nach qualifizierten Fachkräfte.
„Geht es auch schwarz?“ – ist eine häufige Testfrage der Bauherren. Mal ganz davon abgesehen, dass Schwarzarbeit sowieso verboten ist, verzichten nur wenige Bauherren auf ihre Rechte, falls etwas danebengeht. Auch private Bauherren können mit einer ordentlichen Rechnung inklusive Mehrwertsteuerausweis steuerliche Vorteile erzielen. Deswegen ist es für Fachbetriebe gar nicht nötig sich auf riskante illegale Spielchen einzulassen. Meist sind die bildlich schwarzen Schafe sowieso dann auch fachlich die Pfuscher.
Einen seriösen Handwerker erkennt der Bauherr an der Ausführung des Angebots und immer an der Vertragsgestaltung. Nur wo präzise festgehalten wird, welche Leistungen erbracht werden sollen können sich beide Seiten vor unterschiedlichen Erwartungshaltungen schützen. Sollte es doch zu einem Streitfall kommen wenden sich beide Seiten an die Beschwerdestelle der Handwerkskammer. So kann in vielen Fällen eine Einigung erzielt werden.
Hilfreich für eine Entscheidungsfindung der Bauherren sind Suchergebnisse und auch Bewertungen im Internet über den Handwerksbetrieb. Deshalb sollten Fachbetriebe regelmäßig selbst nach ihrem Betrieb suchen, um im Bedarfsfall unglimpfliche Meinungsäußerungen entfernen zu können. Selbstverständlich können gute Referenzen immer ein entscheidendes Bild zur Auftragsvergabe abgeben. Vergessen sollte man auch nicht, dass meist der erste Eindruck entscheidend ist. Deshalb öfters mal den Lieferwagen waschen und wenn möglich immer für ein sichtbares Werbeschild an der aktuellen Baustelle sorgen. In jedem Handschuhfach der Firmenfahrzeuge sollten Visitenkarten und einige Faltblätter zum Unternehmen bereit liegen. Informierte Mitarbeiter können so bei Gelegenheit die Nachbarn des aktuellen Projekts ansprechen.

















