Wohnungsbau in Europa: Große Angebotslücke in 9 Metropolen

Wohnungsbau in Europa: Große Angebotslücke in 9 Metropolen
Foto: Roland Riethmüller

In den Metropolen Europas fehlen bis zum Jahr 2030 rund 1,2 Millionen Wohnungen. In London ist die Angebotslücke besonders groß. Das liegt zum wesentlichen Teil auch an dem anhaltenden Bevölkerungswachstum durch ausländische Mitbürger. Die Kernstädte haben ihr Limit erreicht und es gibt dort keine freien Kapazitäten mehr für den Wohnungsbau. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor.

Bis zum Jahr 2030 fehlt in Europa vor allem in den Metropolen dramatisch freier Wohnraum. Konkret liegt die Zahl bei 1,2 Millionen fehlenden Wohnungen. In London ist die Wohnungnot mit einem Bedarf von 355.000 Wohnungen besonders groß. Es folgen Warschau mit 142.000 fehlendem Wohnraum und Paris mit 129.000. In Österreichs Hauptstadt Wien fehlen rund 110.000 Wohnungen, was einem Prozentsatz von zehn Prozent mehr Wohnraum entspricht, der benötigt wird. Im Schnitt bedeutet das einen Anstieg um 10.000 zusätzlich benötigten Wohnungen pro Jahr. Die Studie wurde von DIW-Econ, einem Tochterunternehmen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), im Auftrag von Wiener Komfortwohnungen in insgesamt neun europäischen Großstädten durchgeführt. Darunter sind Berlin, Amsterdam, Budapest, Kopenhagen und Zürich. Untersucht wurde bei dieser Studie, wie viel Wohnraum in den nächsten zehn Jahren benötigt wird. Die zu erwartende Entwicklung der Bevölkerung, die Wohnungsabgänge und die Leerstandsquoten flossen in diese Berechnung mit ein. Ziel der Umfrage war es, den Handlungsbedarf nach mehr Wohnraum zu klären. „Der Mega-Trend der Urbanisierung ist ein paneuropäisches Phänomen, dem sich alle Metropolen stellen müssen“, sagt Alexander Finster, Geschäftsführer der Wiener Komfortwohnungen.

Angebotslücke im Wohnungsbau aufgrund zusätzlicher Nachfrage durch Zuwanderung

Die eklatanten Angebotslücken sind auf einen anhaltenden Wachstum der Bevölkerung zurückzuführen. Die besonders guten Arbeitsmarktchancen und die gute Bindungsstruktur ziehen viele ausländische Bürger an. Das beste Beispiel dafür ist Berlin. Mitte der 1990er Jahre ist dort nach einer intensiven Bautätigkeit nicht mehr viel geschehen, da von einer schrumpfenden Bevölkerung ausgegangen wurde. Zu spät wurde auch in anderen europäischen Metropolen erkannt, dass das Wohnungsangebot nicht mehr den Bedürfnissen der Menschen entspricht. Die Bauflächen werden aber immer knapper und das führt dazu, dass sich der Wohnungsbau nur mit Verzögerung den Wünschen anpasst. Daraus resultiert die große Angebotslücke. Besonders in Wien gibt es einen hohen Anteil an kommunalen Wohnungen. Ohne den Beitrag von privaten Investoren kann der Wunsch nach mehr Wohnraum nicht befriedigt werden. Die Kernstädte sind am Limit und es entstehen Subzentren. Deshalb zieht es die Menschen ins Umland von Wien. Die Experten gehen ebenfalls davon aus, dass in den Kernstädten das Limit erreicht ist, zumal der Trend an Single-Wohnraum immer weiter steigt.

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