Zertifizierungsforderungen belasten Bauwirtschaft

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Foto: Roland Riethmüller

Nachhaltigkeit ist heutzutage ein wichtiges Thema, auch in der Bauwirtschaft. So ist die Bauwirtschaft bereits heute erfolgreich bei der Umsetzung geforderter Nachhaltigkeitskriterien. Doch die jüngsten Forderungen des Bundesumweltministeriums sind so nicht umsetzbar und würden am Ende zu erhöhten Kosten führen. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) erwartet daher ein Überdenken der Pläne.

Nachhaltiges Bauen ist wichtig und wird daher immer mehr von Betrieben der Bauwirtschaft verfolgt. Dazu gehört auch, dass Zimmereibetriebe und Holzbauunternehmen, die Aufträge des Bundes annehmen, dazu verpflichtet sind, lediglich zertifiziertes Holz zu verarbeiten und dies auch entsprechend nachweisen zu können. Soweit gibt es in dieser Hinsicht auch keinerlei Probleme.

Jeder holzverarbeitende Betrieb muss sich zertifizieren lassen

Nun aber erwartet das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), dass auch die Betriebe selbst zertifiziert sind. Heißt im Detail, jeder Betrieb, der Holz einbaut, muss sich zertifizieren lassen. Davon wären nicht nur Zimmereibetriebe betroffen, sondern beispielsweise auch der Schlüsselfertigbau und Trockenbau.

Momentan fehlen noch Zertifizierungsmöglichkeiten

Diese Anforderung zu bewältigen stellt eine riesige Herausforderung für die Bauwirtschaft dar, denn solche Zertifizierungsmöglichkeiten gibt es derzeit überhaupt nicht. Zwar ist man bereit, diese Aufgabe umzusetzen, doch mahnt der ZDB, dass dies eine gewisse Zeit in Anspruch nehme. Genau diese Zeit gibt man den Betrieben aber nicht, denn die Umsetzung soll zum 1. Juli 2016 in Kraft treten. Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des ZDB, äußert sich empört: „Leider ist es so, dass es bis jetzt überhaupt keine Zertifizierungsmöglichkeit gibt. Diese muss erst aufgebaut werden. Schließlich geht es um rund 50.000 Betriebe, die von der Neuregelung betroffen sind.“

Zertifizierungen werden die Kosten am Bau steigern

Der ZDB betont, dass sich die Betriebe bereits an die bestehenden Nachhaltigkeitsforderungen halten und dies auch unterstützen, doch wird man diese neue Pflicht kaum umsetzen können. Außerdem müsse jedem klar sein, dass solche Regelungen eine Erhöhung der Baukosten nach sich ziehen werden. Pakleppa sagt dazu: „Wir fordern die Bundesumwelt- und Bauministerin auf, den Erlass zurückzunehmen. Unseres Erachtens reicht es völlig aus, wenn nachgewiesen wird, dass ausschließlich Holz aus nachhaltiger Produktion verwendet wird. Tut sie das nicht, zwingt sie die Branche dazu, weiter Bürokratie im Sinne eines Zertifizierungssystems aufzubauen, was zwangsläufig die Baukosten erhöhen wird. Angesichts der zu bewältigen Bauaufgaben besonders im Wohnungsbau ist dieses Verhalten kontraproduktiv.“

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