Per Zwangsversteigerung zum Schnäppchenhaus

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Thorben Wengert / pixelio.de

Die Bank will in der Regel eine Zwangsversteigerung nur als absolute Notbremse, denn als Kreditinstitut verliert sie meist Geld und hat mehr Interesse, weiter mit den Zinsen des Schuldners Geld zu verdienen. Für eine Zwangsversteigerung gibt es viele Gründe. Meistens haben Scheidung, Arbeitslosigkeit oder Überschuldung in die Zwangslage geführt. Wenn die fälligen Raten nicht gezahlt werden und die Bank keine andere Möglichkeit mehr sieht, an ihr Geld zu kommen, beantragt sie das Verfahren zur Zwangsvollstreckung. Dann kommt die Immobilie unter den Hammer und neue Käufer können sich oftmals über ein Schnäppchen freuen. 

Sechs Wochen vor einer Versteigerung veröffentlicht das zuständige Amtsgericht den Termin. Egal ob Haus, Eigentumswohnung oder Bauernhof, jeder hat die Möglichkeit, sich vorher über das Objekt zu informieren. Sobald das Amtsgericht den Versteigerungstermin veröffentlicht hat, liegen dort auch alle Unterlagen vor, welche die Immobilie betreffen. Dabei handelt es sich beispielsweise um die Anschrift, den Grundbuchauszug und Angaben zum Gläubiger. Die Akten können vom Interessenten kostenlos eingesehen werden. Das Verkehrswertgutachten ist meist das wichtigste Dokument. Es umfasst viele Seiten mit Katasterauszügen, Fotos und Angaben zur Vermietung, doch das Gutachten hat jedoch einen Haken: Es gibt kein Recht auf Gewährleistung bei Mängeln oder falschen Angaben. Außerdem hat der zuständige Gutachter keinen Anspruch darauf, das Haus von innen zu sehen. 

Beim ersten Versteigerungstermin muss mindestens die Hälfte des Verkehrswertes erzielt werden. Bei fast jedem dritten Termin ist das nicht der Fall. Bei einem weiteren Termin fällt die 50-Prozent-Grenze. Beim dritten Termin besteht also wirklich die Chance auf ein richtiges Schnäppchen. Der Höchstbietende zahlt neben seinem Gebot nur die Grunderwerbsteuer und die anfallenden Gerichtskosten für die Umschreibung der Immobilie. Makler- oder Notarkosten entstehen nicht. Schwierig wird es allerdings, wenn die Besitzer noch im Haus wohnen. Schlimmstenfalls muss man dann einen Gerichtsbeschluss zur Räumung erwirken. Das jedoch kann eine fünfstellige Summe kosten.

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