Alarmierende Zahlen im Bauhandwerk: Kleinstbetriebe unter Druck

Foto: Roland Riethmüller

Im Handwerk zeigen sich alarmierende Entwicklungen: Kleinstbetriebe im Bauhandwerk verzeichnen massive Umsatzrückgänge. Dabei belasten steigende Lohnkosten und sinkende Beschäftigungszahlen die Branche zusätzlich. Trotz eines leichten Umsatzanstiegs bei mittleren Unternehmen bleibt die Trendwende aus. Ohne gezielte Maßnahmen droht der Verlust wertvoller Kapazitäten in der Bauwirtschaft. Die angespannte Lage erfordert dringend nachhaltige Lösungen, um die wirtschaftliche Stabilität des Mittelstands langfristig zu sichern.

Der Umsatz im Handwerk ist laut dem Datev-Mittelstandsindex im vergangenen Monat November im Vergleich zum Vorjahr um 4,7 Prozent gesunken. Besonders kritisch ist die Lage bei den Kleinstunternehmen, die einen Umsatzrückgang von 6,8 Prozent verzeichnen. Zwar gab es im Vergleich zum Oktober einen leichten Anstieg um 0,2 Punkte auf 92,1 Punkte, doch das Vorweihnachtsgeschäft brachte nicht die erhoffte Wende. Hingegen konnten mittlere Unternehmen mit einem Umsatzplus von 2,5 Prozent im Jahresvergleich eine gewisse Stabilität erreichen. Kleine Unternehmen verzeichnen mit -0,7 Prozent immerhin eine Verringerung der Rückgänge. „Die leichte Umsatzerholung bei den mittleren Unternehmen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Kleinst- und Kleinunternehmen nach wie vor mit teils hohen Umsatzrückgängen zu kämpfen haben“, warnt Datev-Geschäftsführer Robert Mayr vor falschen Hoffnungen. „Eine Trendwende ist noch nicht in Sicht.“

Löhne entwickeln sich zunehmend zum Belastungsfaktor

Die Kostenstruktur bleibt für die Betriebe ein wesentlicher Belastungsfaktor. Der Lohnindex stieg im Vergleich zum Vorjahr um 3,8 Prozent und liegt damit über der allgemeinen Preisentwicklung. Trotz eines leichten Rückgangs um 0,7 Punkte im November ist der Anstieg der Löhne ein zentraler Kostentreiber. Gerade für Kleinstbetriebe sind die höheren Personalkosten kaum zu kompensieren und erschweren die wirtschaftliche Erholung.

Beschäftigung im Bauhandwerk im Abwärtstrend

Ein weiteres Problem ist der anhaltende Rückgang der Beschäftigung. Der Beschäftigungsindex stagnierte im November bei 101,6 Punkten, verzeichnet jedoch im Jahresvergleich einen Rückgang von 0,2 Prozent. Dies ist der dritte Monat in Folge, in dem die Beschäftigungszahlen sinken. Besonders betroffen sind Kleinstbetriebe, die Schwierigkeiten haben, ihre Mitarbeiter zu halten und neue Stellen zu schaffen.

Kleinstbetriebe unter Druck

Die schwierige Lage der Kleinstbetriebe ist nicht nur für die Unternehmen selbst problematisch, sondern hat auch Auswirkungen auf die gesamte Bauwirtschaft. Als wichtige Zulieferer und Dienstleister sind sie ein unverzichtbarer Teil der Wertschöpfungskette. Ohne gezielte Unterstützungsmaßnahmen droht ein weiterer Verlust von Kapazitäten, der auch größere Unternehmen treffen könnte. Daher brauchen jetzt Kleinstbetriebe gezielte Hilfe, um den Abschwung zu stoppen und ihre Position am Markt zu sichern. Nur durch nachhaltige Strategien und Unterstützung kann eine Trendwende erreicht werden.

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Bei einer angemessen Steuersenkungen wäre Lohnerhöhung nicht notwendig

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