Die Bauwirtschaft in Europa zeichnet ein sehr unterschiedliches Bild und steht vor einem spannenden Wandel: Während KI-Trends den Technologiesektor antreiben und Milliardenförderungen der EU neue Chancen eröffnen, bremsen Fachkräftemangel und steigende Insolvenzen das Wachstum. Trotzdem bestehen gerade in Deutschland diverse neue Perspektiven beim Bau von Rechenzentren. Dabei werden vor allem Unternehmen profitieren, die sich auf technologische und nachhaltige Projekte spezialisiert haben.
Die europäische Baubranche könnte unterschiedlicher nicht sein. In den meisten Ländern wird für das Jahr 2025 mit einem Aufschwung gerechnet. Allerding bremsen der Fachkräftemangel und die steigenden Insolvenzen der Bauunternehmen das Wachstum aus. Vor allem der Technologiesektor verspricht positive Impulse durch den ungebrochenen Trend im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Das geht aus dem „Construction Market Insights Report“ des auf die Baubranche spezialisierten internationalen Beratungsunternehmens Linesight hervor. Nachdem es im Jahr 2023 in den Ländern Finnland, Irland, Deutschland und Schweden zu wirtschaftlichen Rückgängen kam, setzte die Europäische Zentralbank für das laufende Jahr 2024 mit ihrer Zinssenkung positive Impulse. In Deutschland rechnet man mit einer leichten Erholung im kommenden Jahr. Dagegen erwartet man in Dänemark und Großbritannien einen weiteren Rückgang. In Italien prognostiziert man sogar ein Minus von neun Prozent.
Wachstum durch KI bei anhaltenden Herausforderungen durch Fachkräftemangel und Insolvenzen
Damit polarisiert der Markt immer stärker. Der Technologiesektor wächst enorm, und der Energiebedarf für KI-betriebene Rechenzentren wird bis zum Jahr 2028 um das Dreifache steigen. Durch die anhaltende Nachfrage nach KI wird der Bau von Rechenzentren deutlich zunehmen. Davon profitiert vor allem Deutschland. In Frankfurt und Berlin sind bereits zwei Rechenzentren entstanden. Es gibt aber auch gegenläufige Trends, denn die Situation führt gleichzeitig zu Verzögerungen bei Bauprojekten in anderen Hightech-Fertigungssektoren. Besonders betroffen sind die Batteriehersteller. Dabei belastet insbesondere der Fachkräftemangel die Lage weiter. In Deutschland fehlen bis zum Jahr 2030 rund 100.000 Fachkräfte. Mit dem Wachstum durch KI wird sich die Situation weiter noch verschärfen.
Baukonjunktur-Neue Perspektiven durch Milliardenförderung
Insgesamt wird erwartet, dass sich die Baukonjunktur durch das EU-Milliardenförderprogramm Recovery and Resilience Facility erholt. Rund 808 Milliarden Euro sollen bereitgestellt werden. Der Schwerpunkt liegt auf nachhaltigen Bauvorhaben und öffentliche Infrastruktur. Die Transformation in der Baubranche wird sich im Jahr 2025 weiter beschleunigen, was sich auf die Baukonjunktur positiv auswirken wird. Unternehmen, die sich auf nachhaltige und technologisch anspruchsvolle Projekte spezialisiert haben, werden von einer verbesserten Baukonjunktur profitieren.

















