Endlich Tarifeinigung Bau mit Lohnplus und Planungssicherheit

Foto: wirestock / envatoelements

Nach Wochen des Streiks haben die Tarifparteien im Bauhauptgewerbe endlich eine Tarifeinigung vereinbart. Nun müssen nur noch die Gremien den Vorschlag annehmen. Die Arbeitskampfmaßnahmen werden bis zur endgültigen Beilegung des Tarifkonflikts ausgesetzt. Das Ergebnis geht zwar über den Schlichterspruch hinaus. Doch sie beinhaltet auch die frühzeitige Anhebung der Ausbildungsvergütung zur Erhöhung der Branchenattraktivität. Darüber hinaus schafft die Tarifeinigung mehr Planungssicherheit, was besonders bei der angespannten Auftragslage von großer Bedeutung ist.

Nach dem offiziellen Ende der Tarifverhandlungen haben die Tarifparteien im Bauhauptgewerbe wieder den Weg zurück an Verhandlungstisch gefunden und Ende letzter Woche doch noch eine Tarifeinigung erzielt. Die Gremien haben jetzt bis 14. Juni 2024 Zeit, den Vorschlag anzunehmen. Arbeitskampfmaßnahmen sind bis dahin ausgesetzt. Der neue Tarifvertrag soll eine Laufzeit von drei Jahren haben. Er soll rückwirkend ab dem 1. April 2024 gelten und sieht eine dreistufige Lohn- und Gehaltserhöhung vor. In der ersten Stufe werden die Löhne und Gehälter mit Ausnahme der Lohngruppe 1 (Ost und West) ab dem 1. Mai 2024 um 1,2 Prozent im Westen und um 2,2 Prozent im Osten angehoben. Die Lohngruppe 1 soll bundeseinheitlich um 2,2 Prozent erhöht werden. Zusätzlich erhalten alle Lohn- und Gehaltsgruppen im Bauhauptgewerbe einen monatlichen Festbetrag in Höhe von 230 Euro.

Tarifeinigung – Weitere Erhöhungen im Bauhauptgewerbe ab April 2025

Die zweite Stufe in der Tarifeinigung im Bauhauptgewerbe sieht ab April 2025 eine weitere Erhöhung um 4,2 Prozent im Westen und 5,0 Prozent im Osten vor. In der 1. Lohngruppe erfolgt die Erhöhung bundeseinheitlich in Höhe von 5,0 Prozent. Die dritte Stufe sieht ab dem 1. April 2026 eine Erhöhung aller Lohn- und Gehaltsgruppen um 3,9 Prozent im Westen und die Anhebung der Löhne und Gehälter im Osten auf das Niveau des Tarifgebietes West vor. Bei der Tarifeinigung spielte auch die Ausbildung eine besondere Rolle. Denn die Attraktivität der Ausbildung soll ebenfalls gesteigert werden. Für das 1. Ausbildungsjahr soll die Vergütung bundeseinheitlich ab dem 1. Mai 2024 auf 1.080 Euro erhöht werden. Alle anderen Ausbildungsjahre können ebenfalls mit einer Erhöhung rechnen. Zum 1. April 2026 sollen die Ausbildungsvergütungen im Westen erneut um 3,9 Prozent angehoben und die Ost-West-Angleichung vollzogen werden.

Tarifparteien freuen sich über Lohnanpassung und Planungssicherheit

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) begrüßt als Arbeitnehmervertretung die Tarifeinigung im Bauhauptgewerbe. „Dieses Ergebnis liegt im Volumen oberhalb des Schlichterspruches, das haben wir immer gefordert“, freut sich Robert Feiger, der Bundesvorsitzende der IG Bau. „Es waren die Baubeschäftigten, die sich dieses Ergebnis erstreikt haben.“ Er betont, dass sie zunehmend wütend waren und dies auch lautstark zum Ausdruck gebracht hätten. Doch auch die Arbeitgebervertreter mit dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) äußern sich zustimmend. „Uns als Arbeitgeber war es besonders wichtig, dass unser Vorschlag zur Anhebung der Ausbildungsvergütungen jungen Menschen nun eine attraktive Perspektive bietet und es uns gelungen ist, die Ost-West-Angleichung schon früher als geplant zum 1.4.2026 zu vollziehen“, erklärt ZDB-Vizepräsident und Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite Uwe Nostitz. „Den Streik nach dem abgelehnten Kompromiss des Schlichters mit einem zweiten Kompromiss zu beenden, war wichtig und richtig“, kommentiert HDB-Vizepräsidentin und alternierende Vorsitzende der gemeinsamen Verhandlungskommission, Jutta Beeke. „Ich bin froh, dass wir in der ersten Stufe die Systematik etwas anpassen konnten, weil damit in den höheren Entgeltgruppen etwas mehr erreicht wird.“ Die Tarifeinigung im Bauhauptgewerbe schaffe damit mehr Planungssicherheit. Aufgrund der angespannten Auftragslage im Bauhauptgewerbe sei die Tarifeinigung für die Unternehmen von großer Bedeutung.

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Besser sich zu einigen als kostenreich zu streiten sollten beide Seiten beachten

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