Fortbildung im Handwerk: Kaum Interesse an Online-Schulungen

Fortbildung im Handwerk: Kaum Interesse an Online-Schulungen
Foto: Roland Riethmüller

Präsenzschulungen sind immer noch die von Handwerkern am häufigsten genutzte Art der Fortbildung. Gleichzeitig ist es auch diejenige Variante, bei denen sie am ehesten zusätzlichen Bedarf sehen. Mit großem Abstand folgen Online-Schulungen und Ratgeber. Das ergab eine aktuelle Studie über mobile Generalisten und traditionelle Handwerker. Auch Live-Chats sucht man im Handwerk quasi vergeblich.

Der Einfluss der Coronakrise im Bezug auf die Fortbildung im Handwerk scheint nicht sehr nachhaltig zu sein. Trotz des allgemeinen Digitalisierungsschubs dominieren immer noch Präsenzschulungen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Befragung im Rahmen der Studie „Traditionelle Handwerksbetriebe und werkstattlose Mobile Generalisten“ der Rudolf Müller Handelsmedien. Demnach würden sich immer noch 89 Prozent der befragten Handwerker für Vor-Ort-Schulungen als Fortbildung entscheiden. 56 Prozent der Befragten präferieren Online-Ratgeber. Nur 43 Prozent wählen Online-Schulungsvideos und 38 Prozent produktspezifische Apps.

Eher selten setzen Handwerker zur Fortbildung bisher auf Live-Chats. Nur sieben Prozent nutzen sie, um sich beispielsweise Fragen zu Produkten beantwortet zu bekommen. Zugleich gaben 16 Prozent an, eine solche Art der Fortbildung sei ihnen nicht bekannt oder werde bei ihnen nicht angeboten. Ob sich mobile Generalisten und traditionelle Handwerker in der Nutzung verschiedener Bildungsangebote unterscheiden, verrät die Studie nicht.

Fast jeder Dritte hätte gern mehr Online-Schulungsvideos

Auf die Frage, bei welchem der aufgezählten Fortbildungsangebote sie sich einen größeren Angebotsumfang wünschen, nannten 81 Prozent wiederum Präsenzschulungen. Das untermauert die Beliebtheit dieser Art der Fortbildung. Immerhin 32 Prozent der Befragten hätten gerne mehr Videos zur Online-Schulung, 27 Prozent mehr produktspezifische Apps und 23 Prozent mehr Online-Ratgeber und Leitfäden. Mehr Live-Chats wünschen sich bisher nur drei Prozent der Befragten. Auch bei dieser Frage zeigt die Studie jedoch nicht, ob mobile Generalisten sich von traditionellen Handwerkern unterscheiden.

Fortbildungen sind bei modernen Generalisten seltener

Indizien dafür, dass sich mobile Generalisten und traditionelle Handwerker zumindest in der Häufigkeit von Schulungen unterscheiden, brachte der „hagebau report 2015“. Laut Report besuchen 70 Prozent der mobilen Generalisten maximal einmal jährlich eine Schulung. Drei von zehn mobile Generalisten gehen immerhin halbjährlich zu einer Schulung. Dagegen gaben keine mobilen Generalisten, aber 26,7 Prozent der traditionellen Handwerker an, mindestens einmal monatlich an einer Schulung teilzunehmen.

Aus diesen Zahlen schlossen die Autoren des „hagebau reports 2015“ jedoch nicht, dass mobile Generalisten Weiterbildungen zwangsläufig ablehnend gegenüberstehen. Möglicherweise nutzen sie nur andere Instrumente dafür. So gaben immerhin 76,9 Prozent von ihnen an, sich im Internet zu informieren. Bei traditionellen Handwerkern lag der Anteil nur bei 59,3 Prozent. Bei Messen und Veranstaltungen von Innungen dominierten ebenfalls mobile Generalisten.

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