Gerichtsverfahren im Bauwesen reduzieren

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Langwierige Gerichtsverfahren bei Streitigkeiten kennt jeder und haben auch schon viele hinter sich bringen müssen. Auch im Bauwesen ist das leider nicht anders. Allein im Jahr 2010 konnten mehr als 20.000 Streitfälle in der Baubranche verzeichnet werden. Das führt zu langen Prozessen, die im Voraus bereits vermeidbar sein könnten oder auch die Dauer von Gerichtsverfahren verkürzen würden. Um diese Verbesserung zu erreichen, sollen zukünftig Konflikt-Gutachter zu Rate gezogen werden, bevor man eine Klage erhebt.

Immer wieder entstehen in Geschäftsbeziehungen Konflikte, die nicht allzu selten auch im Streit vor Gericht enden können. In den letzten Jahren nimmt die Zahl solcher Streitigkeiten leider immer mehr zu, auch im Bauwesen. Die Konsequenz ist, dass es von der Klage bis zur Verhandlung mitunter zu langen Wartezeiten kommt. Um erst gar nicht so weit gehen zu müssen, empfiehlt es sich, im Voraus durch einen neutralen Dritten eine gütliche Lösung für beide Parteien zu finden.  Die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) rät daher zum Einschalten eines Konflikt-Gutachters aus dem jeweils betroffenen Sachgebiet des Baubereichs.

Selbstverständlich bedarf diese Alternative gleichzeitig ein fundiertes Sach- und Fachwissen des Konflikt-Gutachters, um erfolgreich arbeiten zu können. Ist dies gegeben, kann ein Streitfall im besten Fall schnell beendet werden, ohne dass weiter großer Ärger für die Betroffenen entsteht. Der Sachverständige lässt sich im ersten Schritt die genaue technische Beschreibung des Problems schildern und bewertet den Sachverhalt dann objektiv nach Abweichungen zu technischen Regelwerken, beispielsweise den Normen. Sobald er den Abgleich zwischen Vertrag und Wirklichkeit vorgenommen hat, gibt er eine detaillierte Darstellung seines Ergebnis wider, in der die Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten der Beteiligten aufgeführt werden. Diese Darstellung bietet die Grundlage für Lösungsansätze und anfallende Kosten, um diese unter Umständen einem Beteiligten zuordnen zu können. Als Abschluss folgt eine Qualitätskontrolle, um neuen Ärger zu verhindern.

In Großbritannien ist es bereits gesetzlich vorgeschrieben, zuerst einen solchen Fachgutachter einzuschalten. In nur wenigen Wochen kann ein solcher Gutachter Sachverhalte prüfen und entsprechend beurteilen. Dadurch können technische Lösungen gefunden werden und damit Gerichtsverfahren vermieden oder zumindest verkürzt werden. Wer dennoch vor Gericht möchte kann dies zwar tun, jedoch schließen sich Gerichte meist der Bewertung solcher Gutachter an.

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