Mauerwerk gegen Holzbau – offener Brief gegen einseitige Förderung

Mauerwerk gegen Holzbau - offener Brief gegen einseitige Förderung
Foto: Roland Riethmüller

Die Deutsche Mauerwerksindustrie hat sich in einem offenen Brief an den Regierungschef und an die Landtagsabgeordneten von Baden-Württemberg gewandt. Es geht um die geplante Förderung des Holzbaus und den damit staatlichen Eingriff in den Wettbewerb der Bauweisen. Außerdem kommt hinzu, dass das Mauerwerk rund zehn Prozent günstiger ist als der Holzbau. Von daher ist die einseitige Förderung des Holzbaus nicht nachzuvollziehen.

„Was würde passieren“, fragt Dr. Ronald Rast, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM), „wenn Baden-Württemberg die aktuelle Investitionsinitiative pro E-Mobilität von VW unterstützt, indem es die Behörden des Landes anweist, ab sofort nur noch VW-Fahrzeuge als Dienstwagen anzuschaffen? Ein Sturm der Entrüstung würde durchs Ländle fegen.“ Das Ganze hat eine besondere Tragweite, wenn man die Hintergründe versteht. Das Land Baden-Württemberg ist der größte Waldbesitzer. Das Land hat mit dem Verkauf von Holz aus staatlichem Besitz im Jahr 2011 über 150 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Umsatzrendite beträgt fast 25 Prozent. Somit wäre das Bundesland der besondere Nutznießer der eigenen Förderpolitik.

Mauerwerksbauten sind günstiger als Holz

Fakt ist, dass der Großteil der Ein- und Mehrfamilienhäuser mit Mauerwerk errichtet wurde. Diese sind sogar zehn Prozent günstiger als Holzbauten. Die Kommunen und das Land geben Steuergelder für öffentliche Bauten aus. Per Vergaberecht ist das Land dazu verpflichtet, wirtschaftlich zu agieren. Im Grunde genommen fehlt es an der Begründung, warum dennoch mit Holz gebaut werden soll, obwohl andere Bauweisen deutlich billiger seien. Fakt ist aber auch, dass diese Verfahrensweise dazu führt, dass ganze Branchen, die mit der Holzbauweise konkurrieren, ausgeschlossen werden würden. Allein in Baden-Württemberg arbeiten rund 45.000 Menschen direkt oder indirekt beim Wohnbau mit Mauerwerken.

Es müssen faire Wettbewerbsbedingungen geschaffen werden

Ronald Rast fordert deshalb die Landesregierung von Baden-Württemberg auf, faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen und klare Zielvorgaben festzulegen. Nur so könne man schnell, kostengünstig und nachhaltig bauen. Man solle es dem Sachverstand der Marktteilnehmer überlassen, welche Bauweise, das Mauerwerk oder der Holzbau, die bessere ist. Planungs- und Genehmigungsverfahren müssten entschlackt werden, optimierte Baunutzungsverordnungen geschaffen werden und eine optimale Infrastruktur für die Zukunft des Bauens geschaffen werden. Vollkommen unnötig sind Festlegungen und Bauweisen, die von der Politik vorgeschrieben werden.

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