Neubauförderung enttäuschend – Bauwirtschaft fordert Nachbesserung

Neubauförderung enttäuschend - Bauwirtschaft fordert Nachbesserung
Foto: Roland Riethmüller

Die kürzlich bekannt gegebene Neubauförderung „Klimafreundlicher Neubau“ wird in der Bauwirtschaft heftig diskutiert. Dabei werde zwar die Förderung von Nachhaltigkeit begrüßt, vor allem jedoch die Förderkonditionen im Einzelnen heftig kritisiert. Ressourcenschonung sei wichtig, doch die Bedingungen für Bauherren seien nicht attraktiv genug. Kritisiert werde darüber hinaus auch der fehlende Zuschuss von 50 Prozent für die Fachplanung und Baubegleitung.

Bundesbauministerin Klara Geywitz hat vergangene Woche die neuen Richtlinien „Klimafreundlicher Neubau“ vorgestellt. Leider erfahren die Richtlinien in der Bauwirtschaft kaum Zuspruch. Auch beim Bundesverband der Gebäudeenergieberater, Ingenieure und Handwerker (GIH) findet das neue Regelwerk nur wenig Resonanz. Zwar teilt der Verband den Grundsatz zu mehr Nachhaltigkeit, ist aber auch von den Förderkonditionen enttäuscht. Zu Problemen dürfte auch die zu kurzfristige Veröffentlichung führen. „Neue Förderbedingungen erst rund einen Monat vor Programmstart zu veröffentlichen ist höchst praxisfern – wie hätten sich Energieberatende und Bauherren darauf einstellen sollen?“, fragt GIH-Vorsitzender Jürgen Leppig. „Neubauvorhaben benötigen einen langen Planungsvorlauf und zur Kalkulation der finanziellen Ressourcen ist es unabdingbar, die Förderkonditionen zu kennen.“ Grundsätzlich wird der Ansatz geteilt, durch Ressourcenschonung zu mehr Nachhaltigkeit zu kommen. Doch nur zinsverbilligte Kredite mit niedrigen förderfähigen Kosten dürften die meisten Bauherren nicht zum Bauen bewegen. Mit einem Kredithöchstbetrag in Höhe von 100.000 Euro komme man bei einem Effizienzhaus 40 nicht sehr weit.

Neubauförderung – Mehr Planungssicherheit gewünscht

Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband (DeSH) mahnt ebenfalls die Ausweitung des zu geringen Förderrahmens an. Außerdem seien aufgrund der Inflation, der gestiegenen Zinsen und der hohen Materialkosten Rahmenbedingungen notwendig, auf die Verlass sei. Die Bundesregierung hat das Neubauziel mit 400.000 Wohnungen im Jahr 2022 deutlich verfehlt. Rund 280.000 Wohnungen wurden am Ende fertiggestellt. Die Mittel von über einer Milliarde Euro seien deshalb viel zu wenig.

Bauwirtschaft fordert eine Erhöhung der Fördermittel

In einem Statement erklärt der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF), Dr. Mathias Schäfer, dass das Förderchaos der Bauwirtschaft sogar schwer schade. Es werden dringend echte Zuschüsse gebraucht, die einen echten Anreiz für das Bauen darstellen. „Jetzt ist es amtlich: Die Bundesregierung hat jegliche Hoffnung auf eine Trendwende platzen lassen und somit die Talfahrt am Wohnungsmarkt weiter zementiert”, resümiert Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB). “Natürlich stehen wir hinter den Klimaschutzzielen im Gebäudebereich, ich mache mir aber ernsthafte und große Sorgen, dass das Wohnen in Deutschland zu einer Armutsfalle wird.“ Auch Felix Pakleppa, der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB) hält das angekündigte Fördervolumen von 1,1 Milliarden Euro für zu gering. “Wohnungssuchende, Bauherren und Investoren werden in der derzeitigen extremen Kostenbelastung aus immensen Bauzinsen und hohen Materialpreisen allein gelassen, während die Auftragseingänge im Wohnungsbau immer weniger werden“. Mit dieser Neubauförderung können keine neuen Wohnungen gebaut werden und das wird den Mangel an Wohnraum in Deutschland noch verstärken. An der Neubauförderung muss nachgebessert werden.

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