Serielles Bauen im Wohnungsbau – Holz dominiert Fertigteilbau

Serielles Bauen im Wohnungsbau - Holz dominiert Fertigteilbau
Foto: Roland Riethmüller

Trotz der erhöhten Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum ist der Anteil von Gebäuden aus Fertigteilen in Deutschland überschaubar. Gerade im Wohnungsbau dominiert immer noch die konventionelle Bauweise des Massivbaus. Doch auch wenn kein sprunghafter Anstieg zu erwarten ist, so prognostizieren Marktforscher einen Anstieg des Marktanteils für serielles Bauen mit tragenden Fertigbauteilen auf 25 Prozent bis zum Jahr 2030. Dabei trägt vor allem auch der im Fertigteilbau dominierende Baustoff Holz bei.

Serielles Bauen mit großformatigen, industriell vorgefertigten Bauteilen hat in Deutschland eher im Nichtwohnungsbau Fuß gefasst. So wurden im Jahr 2020 bei etwa einem Drittel der neu errichteten Gebäude dieser Bauweise zugrunde gelegt. Der Wohnungsbau hingegen ist zu 82 Prozent immer noch durch die klassische Massivbauweise geprägt. Trotzdem bestehen jedoch im Fertigteilbau gerade im Wohnungsbausegment hohe Erwartungen, die nicht zuletzt durch die Verankerung der seriellen Bauweise im Koalitionsvertrag besonders angefacht wurden. So erwarten die Analysten des Marktforschungsinstituts BauInfoConsult für das laufende Jahr 2022 ein Wachstum von fünf Prozent bei Fertighäusern. Damit würde den Marktanteil auf 19 Prozent steigen. Schreibt man diese Wachstumsdynamik von fünf Prozentpunkten innerhalb der letzten zehn Jahren in den kommenden Jahren fort, so könnte die Fertigbauweise bis zum Jahr 2030 einen Marktanteil von rund 25 Prozent erreichen.

Im Wohnungsbau dominieren Fertigteile aus Holz

Dabei dominiert gerade im Wohnungsbau Holz als beliebtester Wandbaustoff bei industriell vorgefertigten Bauteilen mit großem Abstand vor anderen Baustoffen. 87 Prozent aller Fertighäuser wurden demnach im Jahr 2020 mit Holzbauteilen gebaut. Und obwohl es in anderen europäischen Ländern ganz anders aussieht und Holz in den Niederlanden als Hochburg der Fertighäuser eher eine Randerscheinung ist, setzt die deutsche Fertighausindustrie bereits seit Jahrzehnten vorwiegend auf den Holzbau. Laut den Prognosen von BauInfoConsult im Rahmen der “Jahresanalyse Deutschland 2021/2022” auf Basis von Befragung von 660 Architekten, Bauunternehmern, Dachdeckern/Zimmerern, Malern/Trockenbauern, SHK-Installateuren und Herstellern aus der Bau- und Installationsbranche wird sich daran auch in den nächsten Jahren nicht viel ändern. Für das laufende Jahr 2022 wird die Fertigstellung von über 19.000 Fertighäusern aus Holzbauteilen erwartet. Die serielle Bauweise mit dem ökologischen Trendbaustoff Holz wird damit auch in Zukunft im Wohnungsbau dominieren.

Serielles Bauen muss nicht mehr zwingend mit Stahlbeton erfolgen

Denn der Marktanteil anderer Baustoffe ist quasi bedeutungslos. Selbst Stahlbeton kommt mit weitem Abstand zum Baustoff Holz gerade mal auf einen Anteil von acht Prozent im Jahr 2020. Und das, wobei die heutigen modernen Gebäude aus Stahlbeton-Fertigteilen im Wohnungsbau kaum noch vergleichbar sind mit den “Arbeiterschließfächern” aus der DDR. Doch die Stahlbetonfertigteile haben im Vergleich zu denen aus Holz bei vielen Bauherren an Attraktivität verloren. Denn sie haben ihre Exklusivität im Fertigteile-Mehrfamilienhausbau verloren. Schließlich können Mehrfamilienhäuser heute auch in der Holzständerbauweise rentabel erbaut werden.

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