Studie belegt: Gebäudehülle vom Neubau setzt Schadstoffe frei

Studie belegt: Gebäudehülle vom Neubau setzt Schadstoffe frei
Foto: Roland Riethmüller

Eine aktuelle Untersuchung hat ergeben, dass während der Bauphase Schadstoffe aus dem Baumaterial austreten können. Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Mit wenig Aufwand lassen sich die Schadstoffeinträge aus der Gebäudehülle fast vollständig vermeiden. Die Studie versuchte auch zu klären, wie die Freisetzung von Schadstoffen minimiert werden kann. Bereits während der Planungsphase kann der Eintrag um 90 Prozent vermindert werden.

Aus Baumaterialien wie Dachbahnen, Dachsteinen, Außenputz und Außenfarben können schädliche Stoffe während der Bauphase austreten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Umweltbundesamts (UBA) im Rahmen eines Forschungsprojekts in zwei Berliner Neubaugebieten. Über einen Zeitraum von anderthalb Jahre wurden dabei Proben vom Regenwasserabfluss untersucht. Durch Modellierung wurde die Analyse auf andere Modelle übertragen. Demnach wird die Umwelt mit Bioziden, Schutzmittel gegen Durchwurzelung und Zink in starken Konzentrationen belastet. Umweltschädliche Abbauprodukte der Biozide konnten ebenfalls nachgewiesen werden. Mit geringem Aufwand lässt sich das jedoch vermeiden.

Baumaterial überschreitet die Zielwerte teilweise deutlich

Durch Gewässermonitoring ist bereits bekannt, dass in städtischen Regionen Schadstoffe und Schwermetalle in hohen Konzentrationen aus der Gebäudehülle gewaschen werden und durch das Regenwasser die Umwelt belasten. Nur in Einzelfällen konnte jedoch nachgewiesen werden, um welche Schadstoffe es sich dabei handelt und aus welchen Materialien diese sind. Die Studie macht deutlich, dass insbesondere die Biozide Diuron und Terbutryn aus Fassaden in die Umwelt gelangen. Diese werden als Schutzmittel gegen Algen- und Pilzbefall genutzt. Die Zielwerte für Oberflächenwasser wurden zum Teil deutlich überschritten. Andere Stoffe waren unauffällig. Biozide und Herbizide können toxisch auf Lebewesen wirken.

Einfach auf Schadstoffe verzichten, wenn Schutzwirkung nicht notwendig

Durch die Studie wurde ebenfalls deutlich, wie verhindert werden kann, dass Schadstoffe freigesetzt werden und in die Umwelt gelangen können. Denn durch Berücksichtigung von Umweltbelangen kann der Eintrag um mehr als 90 Prozent reduziert werden. Ein breiter Dachüberstand an den Fassaden kann den Kontakt mit Regenwasser verhindern. Bleibt die Fassade trocken, kann auch nichts auslaugen. Oftmals kann auch Baumaterial eingesetzt werden, das frei von Biozid und Herbizid ist. So werden nicht selten Durchwurzelungsschutzmittel angewandt, wo gar keine Gründächer geplant sind. Der Einsatz von Herbizid ist dann überhaupt nicht notwendig. Fassaden mit mineralischem Putz können aber auch ohne Biozide von unerwünschtem Bewuchs geschützt werden. Denn Pilze und Algen vertragen keine hohen PH-Werte

Weiterführende Informationen:
Download der kompletten Studie

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