Durch den deutlichen Anstieg der Baumängel und die wachsenden Zahl der Fehlerkosten ist auch der Bau unter Druck geraten. Viele Bauunternehmen reagieren daher und versuchen, mit entsprechenden Maßnahmen dagegen anzukämpfen. Eine Studie macht nun deutlich, dass viele Betriebe vor allem auf juristische Hilfe setzen. Doch immer mehr Bauunternehmen optimieren auch die Kommunikation untereinander, um Baumängel und Fehlerkosten zu reduzieren.
Die Anzahl Baumängel und Fehlerkosten am Bau hat in letzter Zeit rasant zugenommen. So sind auf deutschen Baustellen Fehlerkosten leider an der Tagesordnung. Probleme der Großbaustellen wie der Berliner Flughafen BER oder die Hamburger Elbphilharmonie sind dabei nur die Spitze vom Eisberg. Studien sprechen davon, dass bei rund 99 Prozent aller Bauvorhaben mindestens ein oder mehrere Baumängel entstehen. Insgesamt rechnet die Baubranche sogar mit einem Anteil von zehn Prozent am Branchenumsatz.
Mit klaren Verträgen Fehlerkosten und Baumängel vermeiden
Doch was tun Bauausführende, um diese Fehlerkosten in Griff zu bekommen? Das Düsseldorfer Marktforschungsinstitut BauInfoConsult hat kürzlich 180 Bauunternehmer nach Ihrer Vorgehensweise im Kampf gegen Baumängel und Fehlerkosten befragt. Das Ergebnis ist deutlich: Zu 38 Prozent versuchen die meisten Bauunternehmen durch klarere Verträge schon im Vorfeld die Entstehung unerwarteter Kosten zu vermeiden.
Viele Bauunternehmer lernen aus Fehlern oder kalkulieren sie gleich ins Angebot
Aber viele Bauunternehmer wissen auch, dass sie Baumängel und Fehlerkosten nicht so ohne weiteres vermeiden können. Der amerikanische Managementberater Johnston Peter hat dazu einmal gesagt: “Fehler vermeidet man, indem man Erfahrungen sammelt. Erfahrungen sammelt man, indem man Fehler macht.” So wollen zwar 33 Prozent aus ihren Fehlern lernen, doch immerhin 31 Prozent berücksichtigen die erwarteten Kosten einfach gleich mit ihm Angebot.
Auch präzise Absprachen und bessere Kommunikation verbessern die Situation
Allerdings handeln nicht alle Bauunternehmer nach dieser Prämisse. Durch den wachsenden Einfluss von BIM versucht ein Teil der Befragten auch, die Kommunikation untereinander zu verbessern. Bereits 18 Prozent sprechen die Leistungsbeschreibung mit ihrem Verarbeitern besser ab, weitere 11 Prozent kommunizieren häufiger. Überhaupt geben auch jeweils 17 Prozent der Bauunternehmer an, insgesamt besser zu planen und die Verantwortlichkeiten klarer zu regeln. Weitere vier Prozent wollen auch ihre Absprachen besser einhalten.
Immerhin sieht ein Fünftel der Bauunternehmer den Ursprung unnötiger Kosten auch bei Ihren Mitarbeitern und schulen sie daher besser, um Baumängel und Fehlerkosten zu vermeiden.

















