Wiedereinführung der Meisterpflicht – erste Lesung im Bundestag

Wiedereinführung der Meisterpflicht - erste Lesung im Bundestag
Foto: Roland Riethmüller

Im Jahr 2004 fand eine Novellierung der Handwerksordnung statt. Doch die darin gestrichene Meisterpflicht für viele Berufe führte nicht zu den gewünschten Ergebnissen. Im Gegenteil: Die Ausbildungsleistung hatte sich danach drastisch verringert und die Meisterprüfungen waren stark zurückgegangen. Nun fand die erste Lesung des Gesetzes zur Wiedereinführung des Meistertitels im Deutschen Bundestag statt. Dies wurde vom Baugewerbe sehr positiv aufgenommen.

„Die Wiedereinführung der Meisterpflicht in einzelnen Gewerken ist überfällig”, bestätigt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB) anlässlich der ersten Lesung des Gesetzentwurfs zur Wiedereinführung der Meisterpflicht. “Daher sind wir auch froh, dass die Koalitionsfraktionen nun einen Vorstoß unternehmen und das Gesetzgebungsverfahren dazu in Gang setzen„. Weiterhin fordert Pakleppa, dass das Gesetz für die einzelnen Handwerke in den zwei noch ausstehenden parlamentarischen Beratungen zügig beschlossen wird.

Ein klares Signal für die Zukunft

Auch Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), begrüßt das Engagement der Koalition und das klare Bekenntnis zum „Ja zum Meister„. Die Stärkung des Meisters sei ein klares Signal in Richtung Zukunft. Nur so könne die Zukunft des Handwerks sichergestellt werden. Wollseifer bestätigt, dass durch den Meisterbrief ein nachhaltiges Unternehmertum geschaffen werde. Außerdem sei er ein Garant für Qualität und gute Ausbildungsleistung. Nur durch den Meisterbrief könne das Handwerk fit für die Zukunft gemacht werden. Klimaschutz und Energiewende, Smart Home und Elektromobilität und der Wohnungsbau, das sind alles Bereiche, die Können und Fachwissen erfordern, das auch an nachfolgende Generationen weitergegeben werden soll. Daher sei es gut, dass die Politik ihre Fehler erkannt habe und diese nun korrigieren wolle.

Meisterpflicht steht für Wertigkeit

Durch die Novellierung aus dem Jahr 2004 hat auch der Fachkräftemangel zugenommen. Die fehlende Qualifikation führe laut Wollseifer dazu, dass sich die Qualität der Arbeiten deutlich verschlechtert hat. Viel schneller seien neue Betriebe wieder vom Markt verschwunden, was zu Lasten der Verbraucher ginge. Die Meisterpflicht sei noch immer ein Garant für die Wertigkeit des Handwerks. Der Meisterbrief stärke den Wettbewerb unter Könnern und bringe mehr Verbraucherschutz für den Kunden. Außerdem werde dadurch die Ausbildung junger Leute gesichert. Der Meisterbrief werde auch weiterhin als Nachweis für handwerkliches Können gebraucht, unterstreicht der ZDH-Präsident. Es werde neue Meistergenerationen benötigt, damit es auch in Zukunft noch Fachkräfte mit dem notwendigen Know-How gebe. Der Meister sei für jeden von Nutzen und sichere gleichzeitig den wirtschaftlichen Standortvorteil.

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