Alarm in der Bauwirtschaft: Baugenehmigungen sinken weiter

Foto: gnepphoto / envatoelements

Die Talfahrt bei den Baugenehmigungen nimmt kein Ende. Brisant sind auch die hohen Zuwanderungszahlen nach Deutschland. Doch die Politiker hören nicht auf die Rufe nach einer Verbesserung. Bereits seit 17 Monaten brechen die Genehmigungszahlen ein. Trotzdem berichten die meisten Bauunternehmen noch von einem positiven Ergebnis für das laufende Jahr 2023. Für das kommende Jahr wird jedoch mit einer Abschwächung der Baukonjunktur gerechnet.

Die Baugenehmigungen im Wohnungsbau sind für Oktober 2023 weiter rückläufig, das meldet das Statistische Bundesamt. Gegenüber des Vorjahresmonats wurden lediglich 22.500 Wohnungen genehmigt. Das ist ein Rückgang von 11,5 Prozent. Wenn das so weitergeht, dann werden voraussichtlich im Jahr 2024 nur 200.000 Wohnungen fertiggestellt. „Bislang sind alle unsere Rufe nach einer deutlichen Verbesserung der Rahmenbedingungen im Wohnungsbau ungehört verhallt. Es kann so nicht weitergehen“, kritisiert Tim-Oliver Müller, der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB). Die ungünstige Kombination aus gestiegenen Baukosten und Bauzinsen verlangen nach Kaltmieten von 16 bis 18 Euro. Für private Haushalte ist das kaum zu bewältigen. Gleichzeitig gibt es im ländlichen Raum einen hohen Leerstand. Ein Umzug ist aber für viele Arbeitnehmer keine wirkliche Alternative. „Wir müssen die Wohnungen da bauen, wo die Menschen sie benötigen – und wir brauchen bezahlbaren Wohnraum“, fordert Müller. 

Baugenehmigungen gehen seit über einem Jahr kontinuierlich zurück

„Eigentlich sollten bei allen Beteiligten die Alarmsignale leuchten“, wundert sich auch Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB). „Seit siebzehn Monaten brechen die Baugenehmigungszahlen ein. Von Januar bis Oktober wurden 79.300 Wohnungen weniger genehmigt als im Vorjahr“. Bei Mehrfamilienhäusern seien die Baugenehmigungen um 25 Prozent zurückgegangen, bei den Einfamilienhäusern waren es 38 Prozent. 

Baukonjunktur trübt sich zunehmend ein

Die Stimmung ist entsprechend verhalten. Dabei spricht der ZDB von 70 Prozent der Bauunternehmen, die eine Verschlechterung der Baukonjunktur erwarten. Weit weniger pessimistisch wird die aktuelle Konjunkturlage dagegen von den Mitgliedern der Bundesvereinigung Mittelständischer Bauunternehmen (BVMB) eingeschätzt. Befragt wurden rund 100 Baufirmen. 81 Prozent der Befragten teilten laut den Ergebnissen des Stimmungsbarometers mit, dass die Baukonjunktur 2023 noch positiv war. „Die Vorzeichen für 2024 trüben allerdings merklich ein“, fasst es BVMB-Hauptgeschäftsführer Michael Gilka zusammen. Die Nachfrage gehe zurück und die Branche rechnet für das Jahr 2024 mit einem weiteren Rückgang der Baugenehmigungen. Dennoch ist die Stimmung immer noch bei der Mehrheit der Baufirmen gut. 61 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass sich die Baukonjunktur im nächsten Jahr nicht verschlechtern werde. Betrachtet man das Gesamtergebnis, dann sind diese Aussagen schon überraschend. „Das liegt nicht in erster Linie daran, dass es allen Baufirmen wirklich glänzend gehen würde, sondern da spiegelt sich schon auch ein Stück weit wider, dass die Bauunternehmer grundsätzlich große Nehmerqualitäten haben“, beschreibt Gilka die „Stehaufmännchen-Mentalität“, insbesondere der mittelständischen Baubetriebe.

Die Bauministerkonferenz brachte keine nennenswerten Ergebnisse

Trotzdem macht sich Enttäuschung in der Bauwirtschaft aufgrund der dürftigen Ergebnisse der Bauministerkonferenz breit. Hinzu komme, dass der Baufördertopf vorzeitig ausgelaufen sei. Konkrete Anschlussperspektiven gäbe es erstmal nicht. Währenddessen steigt die Wohnungsnot in den Großstädten unaufhörlich. Seit dem Wohnungsbaugipfel sind drei Monate vergangen und es gibt noch immer keine nennenswerten Lösungen. Erste Ansätze seien jedoch bessere steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten, eine robuste EH 55-Förderung, Freibeträge bei der Grunderwerbsteuer und einfachere Landesbauordnungen.

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Wie viele bereits erteilte Baugenehmigungen liegen denn noch in den Schubladen der Bauherren?
Eine Baugenehmigung gilt ja mindestens 3 Jahre und kann auch verlängert werden.

Das heißt, es muss nicht unbedingt im Jahr der Genehmigung gebaut werden.

Bautätigkeit kann auch heißen, Gebäude instandzusetzen und zu sanieren, anstatt neue zu bauen.
Bei Sanierungen/Instandsetzungen ist eine Baugenehmigung eher selten erforderlich.

Es gibt auch Bauvorhaben die sind genehmigungsfrei oder laufen über das sog. Bekanntgabeverfahren.
Ach hier wird keine Baugenehmigung erteilt, da die Vorhaben genehmigungsfrei sind – aber nicht verfahrensfrei.

Außerdem gibt es auch große Bauvorhaben, die generell genehmigungsfrei sind, wie zum Beispiel der Bau von Stützwänden, Durchlässen, Brücken (Ingenieurbauwerke), Außenanlagen und Bauvorhaben, bei denen die genehmigende Behörde (Stadt, Landkreis) selbst Bauherren sind.

Bautätigkeit findet auch statt, wenn z.B. Bauvorhaben ausgeführt werden auf Grundstücken, die dem Bergrecht unterliegen. Auch hier tauchen die Genehmigungen (durch die Bergämter) nicht in den Statistiken der „normalen“ Baugenehmigungen auf.

Hat der Autor diese Tatsachen mit berücksichtigt?
Liegen hierzu Zahlen vor?

Guten Tag, solange es diesen unfähigen Haufen der sich Regierung nennt und Parteichefs trägt die sich was schämen sollten, dieses ehemals gut situierte Land auch noch offener Augen und vollwissentlich kaputt wirtschaften, nicht verhaftet und weggesperrt werden, wird es nur noch schlimmer werden. Ich hätte nie gedacht das es mal soweit kommt, das man gezwungen ist das Kreuz an einer Stelle zu machen, wo es die Nachbarn bereits vorgemacht haben!!! Leider lernen die Kinderbuchautoren und Blödmannsgehilfen nicht dazu.

Super Kommentar!!! Und so nah am Artikel. Gott was gibt’s bloß für gefrustete Menschen…und klar, wenn ich dann auch AfD wähle, dann gehöre ich zu denen die es vollkommen geblickt haben…oder wie?

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