Baugewerbe braucht mehr fairen Wettbewerb

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Foto: Roland Riethmüller

Im Vorfeld der diesjährigen Tarifverhandlungen im Baugewerbe haben die beiden Tarifvertragsparteien bereits erste Forderungen ausgelotet. Als Kern der Gespräche kristallisiert sich der Preiswettbewerb am Bau heraus. Hier sieht die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Uwelt (IG BAU) einen deutlichen Handlungsbedarf, um rechtskonforme Betriebe besser zu schützen und für Bauarbeiter höhere Löhne rechtfertigen zu können.

Im Rahmen der diesjährigen Tarifverhandlung für das Baugewerbe hat die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) vergangenen Woche das erste Angebot vorgelegt. Die Arbeitgeberseite hat darauf verhalten reagiert und es als überzogen zurückgewiesen.

Dumpinglöhne und illegale Praktiken verhindern

Die IG BAU reagiert ihrerseits mit Unverständnis auf die Kritik. So sei der als Hauptargument vorgebrachte Preiswettbewerb am Bau weder auf die Arbeitnehmer noch auf die Tarifverträge zurückzuführen. “Die Beschäftigten dafür in Haftung nehmen zu wollen und die Lasten ausgerechnet bei den Schwächsten in der Kette abzuladen, ist alles andere als fair”, beschwert sich Dietmar Schäfers, Stellvertretender IG BAU-Bundesvorsitzender. Die Verantwortung sei eher bei den Betrieben zu suchen, die sich nicht an geltendes Recht halten und über illegale Praktiken den Dumpinglohn fördern. Hier müsse angesetzt werden, ist sich der Verhandlungsführer der Arbeitnehmer sicher und fordert: “Nur Jammern reicht nicht! Die bereits bestehenden Anstrengungen, das Baugewerbe ‘sauber’ zu machen, müssen erhöht werden.”

Gemeinsamer Kampf für fairen Wettbewerb am Bau

Die IG BAU fordert nach eigener Aussage bereits seit langem eine stärkere gemeinsame Initiative zur besseren Regulierung des Wettbewerbs am Bau. Im Kampf gegen schwarze Schafe am Bau müssen wirkungsvolle Maßnahmen entwickelt werden. So fordert die IG BAU neben der Wiedereinführung des Branchenmindestlohns II für Facharbeiter in Ostdeutschland auch die Einführung von Überprüfungen des Wettbewerbs durch die beiden Tarifvertragsparteien. Dies sei aus Sicht der IG BAU durch die gute Sozialpartnerschaft zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern durchaus realisierbar.

Weiter Unterstützung erwartet die Gewerkschaft auch durch die Bundesregierung. Denn zuletzt wurde durch das verabschiedete Gesetz zur öffentlichen Auftragsvergabe die Chance auf bessere Kontrollmechanismen bezüglich der Preisgestaltung vertan.

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