Bis 2045 klimaneutral: 9 Geschäftsmodelle für zirkuläres Bauen

Foto: Roland Riethmüller

Die Baubranche ist eine der ressourcen- und abfallintensivsten Branchen in Deutschland. In einer neuen Studie werden innovative Lösungen für die Kreislaufwirtschaft in der Baubranche präsentiert. Das Ziel besteht darin, bis zum Jahr 2045 die Klimaneutralität zu erreichen. Der Fokus dieser Studie liegt bei den unterschiedlichen Lebensphasen der Gebäude mit den dazugehörigen zirkulären Geschäftsmodellen. Diese zielen auf die Wertschöpfung im Baugewerbe ab.

Die Baubranche steht vor großen Herausforderungen, denn sie gehört zu den Branchen, die am meisten Ressourcen verbrauchen und die meisten Abfälle produzieren. So fallen im Bausektor 36 Prozent der Treibhausemissionen, 50 Prozent der Rohstoffentnahmen und 35 Prozent des Müllaufkommens in Deutschland an. Um die Klimaneutralität bis zum Jahr 2045 zu erreichen, muss das Potenzial der Kreislaufwirtschaft weiter ausgeschöpft werden. Die aktuelle Studie „Geschäftsmodelle für zirkuläres Bauen und Sanieren“ der Deutsche Energie-Agentur (dena) hat dazu neun Geschäftsmodelle veröffentlicht, die den Lebenszyklus von Gebäuden abdecken. „Die Kreislaufwirtschaft gewinnt in der Baubranche an Bedeutung, insbesondere angesichts der notwendigen Transformation des Sektors und der EU-Strategie zur Anpassung an den Klimawandel“, betont Corinna Enders, Vorsitzende der dena-Geschäftsführung. „Sie eröffnet nicht nur Möglichkeiten für energetische Einsparungen, sondern auch für neue Wertschöpfungsketten in der Industrie. Zudem ist sie ein bedeutender Schritt in Richtung Energieunabhängigkeit, indem sie die Autonomie von Importen stärkt.“

Kreislaufwirtschaft – neun innovative Geschäftsmodelle im Bausektor

Der Fokus der Studie liegt auf den unterschiedlichen Lebenszyklen von Gebäuden. Alle Punkte werden detailliert behandelt. Der erste Teil berücksichtigt in der Phase der Planung grünes Gebäudedesign, das den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes einbezieht. Durch Advanced Design Software und Datenmanagement sollen darüber hinaus nachhaltige Entscheidungen getroffen und den Lebenszyklus von Gebäuden optimiert werden. In der Phase Material und Bauteilherstellung spielen Circular-Supply-Geschäftsmodelle eine Rolle. Sie befassen sich von Anfang an mit der Planung von Materialien für die zirkuläre Verwendung. Zur Verfügung steht dabei ein breites Angebot aus natürlichen Baustoffen und recycelten Materialien. Zur Kreislaufwirtschaft gehört in der Phase Bauausführung auch ressourceneffizientes Bauen. Durch 3D-Druck, modulare Bausysteme, Vorfertigung und Wiederverwendung von Materialien wird der Materialverbrauch deutlich reduziert. In der Nutzungsphase des Gebäudes bieten die Produkt-Dienstleistungs-Systeme (PSS-Modelle) ein weiteres zirkuläres Geschäftsmodell. Diese erhöhen die Nutzung der eingesetzten Maschinen und Einrichtungen durch den verstärkten Einsatz von Sharing, Leasing oder Produkt-Dienstleistungs-Systemen. Auch die Nutzungsdauerverlängerung durch Instandhaltung und Reparatur im Bauwesen ist ein sinnvolles Mittel in dieser Phase zur funktionierenden Kreislaufwirtschaft. Dies reduziert den Bedarf an neuen Produkten. Die letzten drei Geschäftsmodelle sind der Entsorgungsphase und dem Ende des Lebenszyklus zuzurechnen. So kann die Notwendigkeit zum Bauen neuer Gebäude soll durch Umnutzung und Aufstockung bereits bestehender Gebäude reduziert werden. Die Gründung von Material-Marktplätzen bietet Plattformen für den Verkauf und Tausch von Materialien im Rahmen einer Kreislaufwirtschaft. Das umfasst auch Materialrückgewinnung und Recycling. Zur Herstellung neuer Produkte sollen Materialien aus alten Gebäuden gewonnen und wiederverwendet werden, um daraus neue Baustoffe herzustellen.

Die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft für die Baubranche

Durch die Berücksichtigung vom gesamten Lebenszyklus der Gebäude und der ermittelten Geschäftsmodelle und Vorgehensweisen wird die Bedeutung für eine kreislauforientierte Zukunft im Bausektor verdeutlicht. Dabei werden sowohl Hindernisse als auch Katalysatoren für die Etablierung der Kreislaufwirtschaft in Deutschland betrachtet. Insgesamt bietet die Studie einen fundierten Einblick in die zirkuläre Transformation des Bausektors

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