Vorgestern wurde der Grundstein gelegt für Siemensstadt Square in Berlin-Spandau. Dieser hybride Stadtteil sollen bis zum Jahr 2035 rund 35.000 Menschen beherbergen. Dabei wird das neue Stadtquartier mithilfe eines digitalen Zwillings mehrdimensional gebaut und verdeutlicht damit die Vorteile vom digitalen Bauen. Doch ob digitaler Zwilling oder BIM, die Möglichkeiten werden aktuell von der Bauwirtschaft noch nicht vollumfänglich genutzt. Es fehlt immer noch an öffentlichkeitswirksamen Projekte, die die Vorteile für Kosteneinsparung und Nachhaltigkeit verdeutlichen.
In Berlin-Spandau wurde am 25. Juni 2024 der Grundstein für das neue Quartier Siemensstadt Square gelegt. Das Besonderes: Der neue Stadtteil wird komplett mehrdimensional mithilfe des digitalen Zwillings und Building Information Modeling (BIM) gebaut. „Dieses Projekt wird als Vorbild für andere, große und kleinere Bauprojekte dienen“, erwartet Frank Jansen, Bauexperte im Verein Deutscher Ingenieure (VDI). Denn noch wird dieses Potenzial in der Bauwirtschaft zu selten genutzt. Im neuen Stadtviertel sollen bis zum Jahr 2035 rund 35.000 Menschen wohnen, forschen, arbeiten und lernen. Dabei werden Technologien von morgen angewendet. Die digitale und reale Welt verschmelzen so miteinander.
Digitaler Zwilling – Potenzial bisher noch zu selten genutzt
Der digitale Zwilling wird heute schon vielerorts genutzt, um Wartungszeitpunkte zu optimieren, Abläufe zu verbessern und Ressourcen zu sparen. Das trifft auch auf den Baubereich zu. Bislang mangelt es jedoch an der Umsetzung in Deutschland. Das liegt auch daran, dass die Verwendung vom digitalen Zwilling bei derart öffentlichkeitswirksamen Projekten bisher unbekannt waren. Es müssen mehr Beispiele gezeigt werden, um zu demonstrieren, was mit dem digitalen Zwilling erreicht werden kann und wie dieser funktioniert. Der Fokus liegt dabei auch auf mehr Nachhaltigkeit.
Siemensstadt Square – Ort des Aufbruchs und der Innovation
„Diese Grundsteinlegung macht Mut. Denn sie zeigt, was wir in Deutschland schon heute schaffen können – in der Stadtplanung und beim Bau von modernen Quartieren“, erklärt Bundeskanzler Olaf Scholz euphorisch bei der Eröffnung. „Die Siemensstadt bleibt auch in Zukunft, was sie seit 125 Jahren ist – ein Ort des Aufbruchs, ein Ort der Zukunft und der Zuversicht!“ Denn das Herzstück der Planung ist ein ganzheitlicher, digitaler Zwilling. Fehler werden so schnell erkannt und vermieden. Das ermöglicht es, eine lebenswerte Zukunft zu schaffen. Im Herbst dieses Jahres sollen die ersten zwei Gebäude fertiggestellt werden. „Vor 30 Jahren habe ich in Siemensstadt meine Ausbildung und meine Karriere begonnen“, erklärt Cedrik Neike, Mitglied des Vorstands der Siemens AG. „Heute darf ich hier als Vorstandsmitglied zusammen mit meinen Kolleginnen und Kollegen den Grundstein für einen Kiez der Zukunft legen. Das ist für mich als Berliner ein besonderer Tag.“ Denn damit sei Siemensstadt Square nach über 100 Jahren als geschlossenes Produktionsareal ein Ort der Begegnung.

















