Erstmals Lichtblick im Baugewerbe: Baupreise schwächen sich ab

Erstmals Lichtblick im Baugewerbe Baupreise schwächen sich ab
Foto: Roland Riethmüller

Der Preisanstieg für Bauleistungen ebbt zum ersten Mal seit dem Beginn der Krise ab. Trotzdem ist das Bauen von Häusern teurer geworden. In Baden-Württemberg lag die Preissteigerung für Neubauten im zweiten Quartal 2023 gegenüber dem Vorjahreszeitraum erstmals unter zehn Prozent. Dennoch klagen die meisten Betriebe im Baugewerbe über eine schlechte Auftragslage wegen der hohen Baupreise. Es wird noch eine Weile dauern, bis Preissenkungen auch bei den Verbrauchern ankommen.

Der Anstieg für die Preise der Bauleistungen ist erstmals seit zwei Jahren rückläufig. So liegt die Preissteigerung für Baupreise nun bei unter zehn Prozent. Das Bauen ist aber trotzdem nicht billiger geworden. Wie in der ganzen Republik lag die Preissteigerung auch in Baden-Württemberg im zweiten Quartal 2023 gegenüber dem Vorjahr bei 7,3 Prozent. „Die großen Preissprünge, wie wir sie noch im Vorjahr erlebt haben und die im Schnitt bei 14 Prozent lagen, sind damit vorbei“, freut sich Thomas Möller, Geschäftsführer der Landesvereinigung Bauwirtschaft Baden-Württemberg, über die aktuelle Entwicklung. Grund für den starken Preisanstieg waren in den Jahren 2021 und 2022 vor allem die massiven Kostensteigerungen für Baumaterialien. Ein Vergleich des ersten Quartals 2023 zeigt, dass sich die Preissteigerungen mittlerweile nur noch langsam bewegen. In den letzten drei Monaten lagen sie nur bei 0,6 Prozent. Möller verweist aber auch auf die schlechte Lage im Wohnungsbau, denn die Betriebe klagen über mangelnde Aufträge. Ein kostendeckendes Arbeiten sei so nicht möglich.

Weiter sinkende Preiserwartung bei den Betrieben

Insgesamt wird erwartet, dass in den kommenden Monaten die Preiswelle in Deutschland weiter langsam abebben wird. Das bestätigt auch das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München (Ifo Institut) nach einer aktuellen Umfrage. Demnach sank die Preiserwartung in der Gesamtwirtschaft von 19,1 auf 16,3 Punkte. Bei den ifo Preiserwartungen kennzeichnen die Punkte den Saldo der prozentualen Unternehmen, die ihre Preise erhöhen wollen. Dabei werden zuvor vom prozentualen Anteil der preiserhöhenden Unternehmen der prozentuale Anteil der preissenkenden Unternehmen abgezogen. Bei einem Saldo von plus 100 Punkten würden demnach alle Unternehmen die Preise erhöhen, bei minus 100 Punkten jedoch senken wollen.

Baupreise im Baugewerbe werden weiter zurückgehen

Während die Preiserwartung in der Industrie von 7,7 Punkte auf 6,1 Punkte zurückging, erhöhte sich die Prognose am Bau leicht von minus 6,8 auf minus 5,4 Punkte. Das kennzeichnet, dass im Baugewerbe grundsätzlich mehr Unternehmen ihre Preise senken wollen. Der Verbraucher bekommt davon allerdings noch nicht viel mit, denn die Preiserwartungen gehen bei vielen Dienstleistern nur langsam zurück. Auch die Baupreise für Immobilien fallen. Dennoch kommt es zum Umbruch auf dem Sektor. Der Immobilienpreisindex ist um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Die letzten zehn Jahre bescherten der Baubranche einen wahren Boom, doch dieser scheint jetzt zu Ende zu sein. Die Baupreise sind, besonders für Familien, immer noch zu hoch. Besonders betroffen sind die Metropolen. Doch das ändert sich, denn im Umland kam es zu einem starken Anstieg der Baupreise.

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