Home-Office im Baugewerbe – schon 26 Prozent arbeiten zu Hause

Home-Office im Baugewerbe - schon 26 Prozent arbeiten zu Hause
Foto: Roland Riethmüller

Obwohl die Baubranche weniger von der Pandemie betroffen ist, hinterlässt sie dennoch ihre Spuren. Jetzt zeigt sich, dass die Digitalisierung längst überfällig ist. Durch Bausoftware kann eine dezentrale Baudokumentation trotz Baustellenstopps ermöglicht werden. Das schafft neben einer erhöhten Effizienz zudem Rechtssicherheit, denn digitale Dokumente erhalten einen Zeitstempel. Das Praktische: Die digitale Baudokumentation gelingt auch im Home-Office. Immer mehr Bauunternehmen nutzen diese Möglichkeit.

Die Krise treibt viele Bauunternehmen in die Enge, doch es ergeben sich daraus auch neue Chancen für die Baubranche. „Wer gestärkt aus der Krise gehen möchte, muss jetzt digitalisieren“, empfiehlt Patrick Christ, Geschäftsführer des Münchner Baustartups Capmo. Für ihn und sein Team bei Capmo besteht kein Zweifel, dass ein Umdenken in der Baubranche schon lange überfällig ist. Weiter erklärt Christ, dass niemand in der heutigen Zeit vorhersagen könne, wie lange man ungestört vor Ort arbeiten kann oder wie lange es Zugang zu den Ressourcen und Personal gibt. Die Bauleiter müssen dafür sorgen, dass sie Zugang zu den Bauakten haben und mit der Mannschaft kommunizieren können. Das muss sogar dann möglich sein, wenn aufgrund eines coronabedingten Baustopps die Baustellen geschlossen werden.

Digitale Bausteuerung ermöglicht den dezentralen Zugriff aus dem Home-Office

Mit einer digitalen Bausteuerung wie von Capmo können die Bauleiter und Architekten die Bauprojekte im Home-Office verwalten. Außerdem ist ein Zugriff auf die digitalen Dokumente möglich, wenn alle Projektmitglieder konsequent digital zusammenarbeiten. Die digitale Dokumentation ist rechtsverbindlich, und die Bauunternehmen können sich vor rechtlichen Konsequenzen schützen. Diese entstehen hauptsächlich durch Verzögerungen und durch Behinderungen. Die Software aus dem Münchner ConTech-Startup ist bereits seit dem Jahr 2018 auf dem Markt und kommt bei rund 5.000 Projekten zum Einsatz. „Digitale Baudokumente sind mit Zeitstempel versehen und haben daher bei Rechtsstreitigkeiten Bestand“, sagt Christ.

Immer mehr Bürojobs in Bauunternehmen werden ins Home-Office verlegt

Ein wesentlicher Vorteil einer digitalen Baudokumentation besteht auch darin, dass der Zugriff aus dem Home-Office möglich ist. In Bauunternehmen ist das Home-Office zwar bisher noch keine Selbstverständlichkeit. Trotzdem gibt es schon zahlreiche Unternehmen, die als Reaktion auf die Bedrohung durch Corona zu diesen Maßnahmen greifen. Eine Online-Umfrage von Capmo ergab, dass 26 Prozent der 1.300 befragten Baufachkräfte wegen Corona bereits im Home-Office arbeiten. Doch für viele Bauunternehmen ist es eine große Herausforderung, sich umzustellen. Wer diese jedoch tatsächlich bewältigt, ist deutlich im Vorteil. Von überall haben die Teilnehmer somit Zugriff auf digitale Baupläne und Dokumente. Durch moderne Apps kann eine dezentrale Steuerung des Bauprojekts ermöglicht werden. In der Krise zeigt sich, wie viel Potenzial in der Digitalisierung steckt.

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