In Deutschland wird laut einer aktuellen Studie viel zu wenig investiert. Zahlreiche öffentliche Bauwerke und Straßen sind sanierungsbedürftig. Zusätzlich herrscht weiterhin Wohnungsmangel. Die Bauwirtschaft Baden-Württemberg fordert deshalb mehr Investitionen in den Klimaschutz, die Infrastruktur und den Wohnungsbau. Jeder Euro, der investiert wird, trägt zur Stärkung des Standorts Deutschland bei. Insgesamt müssen die Rahmenbedingungen verbessert werden. Die aktuellen Einsparungen sind eher kontraproduktiv.
Die Straßen in Deutschland sind marode. Brücken, Kitas und Schulen müssten saniert und mehr in den Neubau von Wohnungen investiert werden. Das zeigt eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Schon seit Jahren fehlt es in Deutschland an Investitionen. Um den Investitionsstau abzubauen, müssten bis zum Jahr 2030 bundesweit jährlich 75 Milliarden Euro in die Sanierung von Verkehrswegen und in die Infrastruktur fließen. „Der Bedarf im öffentlichen Bau ist gewaltig“, warnt Sabine Schmucker, Vizepräsidentin der Bauwirtschaft Baden-Württemberg. „Bund und Länder müssen endlich die Bedeutung der Infrastruktur für unsere Wirtschaft und Gesellschaft anerkennen und mehr Investitionsmittel zur Verfügung stellen. Die derzeitige Sparpolitik ist schlicht unverantwortlich.“ Dabei betont sie, dass der schlechte Zustand der Infrastruktur langfristig den Wirtschaftsstandort gefährden würde.
Handlungsbedarf auch beim Klimaschutz
Zusätzlich gibt es auch einen großen Handlungsbedarf beim Klimaschutz. Investitionen in Höhe von 33 bis 66 Milliarden Euro sind allein für eine energetische Sanierung der Gebäude dringend notwendig. Laut den Zahlen des IW fehlen in Deutschland 355.000 neue Wohnungen. Im vergangenen Jahr wurden lediglich 294.000 neue Wohnungen gebaut. Wegen der stockenden Baukonjunktur in diesem Jahr droht nun sogar für das laufende Jahr ein noch niedrigeres Fertigstellungsergebnis. Die zusätzlich benötigten Investitionen liegen real bei rund 20 Milliarden Euro jährlich. „Die Politik muss die Rahmenbedingungen deutlich verbessern, um mehr privates Kapital in den Wohnungsmarkt zu lenken und so den Wohnungsbau anzukurbeln“, fordert Verbandspräsident Markus Böll. „Notwendig sind vor allem eine Senkung der Grunderwerbsteuer, ein weiterer Ausbau der sozialen Wohnraumförderung und ein Abbau der überbordenden Bürokratie im Baubereich.“
Appell an die Politik für mehr Investitionen
Die Bauwirtschaft Baden-Württemberg appelliert eindringlich, die notwendigen Schritte zur Verbesserung der angesprochenen Punkte endlich umzusetzen. Hauptgeschäftsführer Thomas Möller weist in diesem Zusammenhang auf die positiven Effekte für die gesamte Wirtschaft durch Investitionen am Bau hin. Die Bauwirtschaft steht vor großen Aufgaben. Jede Investition in den Bau stärkt den Standort Deutschland und sichert Beschäftigung und Wachstum.

















