Krise am Bau: Beschäftigungsrückgang droht

Foto: Roland Riethmüller

Das Statistische Bundesamt hat die Halbjahresbilanz der Bauwirtschaft veröffentlicht. Es zeigt sich, dass sich der Nachfrageeinbruch im Wohnungsbau weiterhin fortsetzt. Die Baugenehmigungen sinken und ebenso die Auftragseingänge. Besonders betroffen sind Ein- und Zweifamilienhäuser. Es müssen deshalb Investitionsanreize geschaffen werden, denn die Bauunternehmen brauchen dringend Aufträge. Ansonsten ist mit einem weiteren Beschäftigungsrückgang zu rechnen. Wird hier nicht eingegriffen, ist der soziale Frieden in Deutschland in Gefahr.

Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts belegen es, der Nachfrageeinbruch setzt sich im Wohnungsbau weiter fort. „Seit über einem Jahr sehen wir Monat für Monat markant sinkende Baugenehmigungszahlen und Auftragseingänge”, sorgt sich Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer vom Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB). Demnach sind die Baugenehmigungen im ersten Halbjahr um 27 Prozent zurückgegangen. Das entspricht fast 51.000 Wohnungen, die nicht gebaut werden können. Bei den Auftragseingängen sieht es nicht besser aus: Es fehlen real circa 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Anhaltender Rückgang der Baugenehmigungszahlen

Besonders eklatant gestaltet sich die Situation bei den Baugenehmigungszahlen für Ein- und Zweifamilienhäusern, erklärt Pakleppa weiter. Hier beträgt der Einbruch über 40 Prozent. Auch bei den Mehrfamilienhäusern sind die Baugenehmigungen um 30 Prozent zurückgegangen. Zu bedenken ist auch, dass bereits im Vorjahr ein Rückgang der Baugenehmigungen um 25.000 Wohneinheiten zu verzeichnen war. Pakleppa betont, dass mehr Wohnungsbau gebraucht werde. Mit gutem Grund gäbe es die Pflicht der Bundesregierung, 400.000 Wohnungen im Jahr bauen zu lassen. Denn das sei auch wichtig, um den sozialen Frieden in Deutschland zu erhalten.

Auch ein Beschäftigungsrückgang droht

Diese Entwicklung werde sich auch auf die Zahl der Beschäftigten am Bau auswirken und werde folglich zu einem Beschäftigungsrückgang führen. Nur mit schnellen Investitionsanreizen könne daher ein weiterer Beschäftigungsrückgang gestoppt werden. Zwar wurden im letzten Jahr 200.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, doch es werden jetzt dringend Bauaufträge gebraucht, um die Beschäftigtenzahlen halten zu können.

Wirtschaftliche Faktoren begünstigen den Beschäftigungsrückgang

Die hohen Zinsen werden nicht von alleine sinken. Die bisherigen Maßnahmen schaffen keine Anreize. Daher muss auch die Förderung deutlich erhöht werden. Bund und Länder sind hier gefragt. Denn auch im übrigen Hochbau wie dem Wirtschaftsbau sieht es nicht besser aus. Hier sind ebenfalls die Aufträge ausgeblieben. Es fehlen rund 13 Prozent. Die Aufträge der öffentlichen Hand sind ebenfalls weniger geworden. Die Aufträge im Straßenbau sind ebenfalls um 12 Prozent zurückgegangen. Wird diese Entwicklung nicht gestoppt, dann ist ein Beschäftigungsrückgang unvermeidlich. Viele sind schon jetzt in andere Branchen abgewandert. Ein stärkerer Beschäftigungsrückgang muss vermieden werden.

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…gäbe es die Pflicht der Bundesregierung, 400.000 Wohnungen im Jahr bauen zu lassen. Wieso ist der Verfasser der Annahme, dass es sich um eine PFLICHT handele? Bei Pflichtverletzung müsste eine Bestrafung eintreten, glaubt irgendwer daran, dass jemand für die Nichteinhaltung eines seit vielen Jahren üblichen leeren Versprechens bestraft werden würde???

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