Krise gemeistert: Malerhandwerk einigt sich auf höhere Löhne

Foto: Roland Riethmüller

Nach Monaten intensiver Verhandlungen konnte für die angespannte Lage im Malerhandwerk endlich eine Lösung gefunden werden. Damit wurde auch ein drohender tarifloser Zustand für Ecklohn, Mindestlohn und Ausbildungsvergütung in letzter Minute abgewendet. Die Einigung zwischen den Tarifparteien bringt spürbare Veränderungen für Beschäftigte und Betriebe gleichermaßen: Trotz deutlicher Lohnerhöhungen wurde dabei die Belastungsgrenzen der Betriebe berücksichtigt. Die Branche reagiert damit auf die Herausforderungen der aktuellen Konjunktur und setzt ein wichtiges Zeichen für Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit.

Als außergewöhnlich schwierig gestaltete sich die aktuelle Tarifrunde im Maler- und Lackiererhandwerk. Mehrere Verhandlungsrunden im November 2024 und Januar 2025 blieben ebenso ergebnislos wie die abschließende Schlichtung am 5. März 2025. Die Sorge vor einer tariflosen Zeit wuchs – mit entsprechenden Unsicherheiten für Betriebe und Beschäftigte. Erst ein Spitzengespräch am 11. April 2025 führte schließlich zum Durchbruch. Der erzielte Kompromiss wurde am 15. April von beiden Tarifparteien besiegelt und nun durch die Landesverbände im Maler- und Lackiererhandwerk offiziell bestätigt

Ecklohn steigt, Lohnangleichung kommt

Der neue Tarifabschluss markiert einen bedeutenden Schritt für die knapp 200.000 Beschäftigten im Malerhandwerk. Kern der Einigung ist eine zweistufige Erhöhung des Ecklohns im Westen: zum 1. April 2025 um 2,9 Prozent und zum 1. Juni 2026 um weitere 3,0 Prozent. Gleichzeitig wird die Angleichung der Löhne in den östlichen Bundesländern und Berlin schrittweise vorangetrieben. Bis zum 1. Januar 2027 sollen diese auf das Niveau des Westens angepasst werden – ein Signal für mehr Lohngerechtigkeit, fast 35 Jahre nach der Wiedervereinigung.

Mindestlohn und Ausbildungsvergütung im Fokus

Auch der Mindestlohn für gelernte Arbeitnehmer, insbesondere Gesellen, wurde neu geregelt. Ab dem 1. Juli 2025 steigt dieser auf 15,55 Euro pro Stunde, ein Jahr später erfolgt eine weitere Erhöhung auf 16,13 Euro. Damit reagiert die Branche auf die gestiegenen Lebenshaltungskosten und den anhaltenden Fachkräftemangel. Darüber hinaus wurde eine Anhebung der Ausbildungsvergütungen beschlossen. Ab dem 1. August 2025 erhalten Auszubildende in allen Lehrjahren jeweils 50 Euro mehr. Das soll die Attraktivität der Ausbildung steigern und junge Menschen für das Handwerk begeistern.

Starkes Signal zur Wettbewerbsfähigkeit in schwierigen Zeiten

„Die Tarifeinigung trägt der aktuellen Konjunkturkrise Rechnung“, betont Markus Heineke, Verhandlungsführer des Bundesverbandes Farbe Gestaltung Bautenschutz (BV Farbe).  „Wir agieren in wirtschaftlich und politisch extrem schwierigen Zeiten.“ Doch trotz der schwierigen Aufgabe einer weiteren Lohnerhöhung für die Betriebe ist eine faire Entlohnung essenziell, um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu sichern und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Auch die beschlossene Ost-West-Angleichung ist ein klares Bekenntnis zur Einheit der Branche.

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.Das ist zu gering, 450. € mehr wären passender und eine staatliche Förderungen der Aufstockung von 50 % für jeden der ein Handwerk erlernt.
Malerbetrieb Michael Ehreiser

Ja das währe gut

Das wäre sinnvoller. Zumal die sich auch vor Augen halten müssen das der allgemeine Mindestlohn auf 15 Euro ansteigen wird. Ich würde dann keine Ausbildung mehr machen. Würde mich dann als Helfer einstellen lassen. Und auf Ausbildung scheißen. Da muss noch weit aus mehr kommen. Für alle. Der Abstand ist einfach viel zu gering.

Lohn ist zu niedrig, bin deshalb vor einem Jahr raus aus dem Handwerk (10 Jahre als Maler gearbeitet). Es sollte keiner mehr unter 21 € /h verdienen, egal in welchem Handwerk. Auch der Urlaub ist ein Witz, 25 Tage für hartes schufften, jetzt im Büro, 200 € mehr im monat , kein stress und lockere arbeit und 30 Tage Urlaub, wenn man die Stellen anzeigen im Internet vergleicht , müssten sich manche Handwerks Firmen echt schämen überhaupt eine Stellenanzeige rein zu setzten !

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