Der Klimawandel erfordert ein schnelles und entschlossenes Handeln, bei dem die Baubranche im Mittelpunkt stehen muss. Auf der ersten Sitzung des solid UNIT Klimabeirats diskutierten über 40 Experten, wie Massivbau und innovative Materialkonzepte zur Klimaresilienz beitragen können. Mit dem neuen Klimaanpassungsgesetz und weiteren politischen Strategien im Blick, geht es darum, nachhaltige, hitzeresistente Städte zu schaffen und das Gesundheitssystem zu entlasten.
Seit Juli gibt es das neue bundesweite Klimaanpassungsgesetz. Darüber hinaus ist eine deutsche Anpassungsstrategie in Vorbereitung, deren Verabschiedung allerdings noch nicht absehbar ist. Doch der Klimawandel kümmert sich nicht um Verzögerungen in politischen Entscheidungsprozessen, er erfordert ein sofortiges Handeln. Daher haben letzte Woche über 40 Akteure an der ersten Sitzung des solid UNIT Klimabeirats der Baubranche im Paul-Löbe-Haus im Bundestag teilgenommen. Dabei ging es in erster Linie um die Klimaanpassung und die verschiedenen Aspekte der Klimaresilienz, sowie die gemeinsame Entwicklung konkreter Handlungsempfehlungen. Klimaresilienz ist die Fähigkeit, wie gut Menschen, Natur oder Systeme mit den Auswirkungen des Klimawandels umgehen können, um Schäden zu verringern und sich an neue Bedingungen anzupassen.
Die Bedeutung vom Massivbau als Schlüssel für mehr Klimaresilienz
Schon vor einiger Zeit hat solid UNIT als Netzwerk für den innovativen Massivbau das Positionspapier „Klimaresilienz sichern – Schutz gewährleisten“ veröffentlicht und dem Bundesumweltministerium zur Verfügung gestellt. Darin soll verdeutlicht werden, welche Bedeutung der Massivbau für die Klimaanpassung hat. „Die zunehmenden Extremwetterereignisse zeigen deutlich, wie dringlich das Thema Klimaresilienz ist“, erklärt solid UNIT Vorstandsvorsitzender Tobias Riffel. „Mineralische Baustoffe spielen eine entscheidende Rolle bei der Anpassung unserer Lebensräume an diese neuen Herausforderungen.“
Gemeinsam für effektiven Hitzeschutz und Gesundheitsvorsorge
Mit einer Keynote zum Thema „Menschenschutz bei zukünftigen Hitzewellen aus medizinischer Sicht“ eröffnete Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, die Sitzung und knüpfte dabei an die materielle Dimension des Massivbaus an. Dabei müsse es am Ende das oberste Ziel sein, Todesfälle und klimabedingte Erkrankungen zu vermeiden. „Die Ärzteschaft sieht sich mit in der Verantwortung, die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels darzulegen und Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit nicht nur zu fordern, sondern aktiv zu unterstützen“, bestätigt Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer. „Effektiver Hitzeschutz gelingt aber nur gemeinsam“. Denn nur so könne das Gesundheitssystem vor Überlastungen geschützt werden.
Nachhaltiges Bauen: Mensch, Klima und Materialvielfalt vereinen
„Eine der großen Zukunftsaufgaben der Bau- und Immobilienbranche liegt darin, Gebäude und Außenräume wieder konsequent für den Menschen zu planen, bauen und betreiben“, betont Christine Lemaitre, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB). Dabei sei neben dem Schutz von Klima, Ressourcen und Biodiversität insbesondere die Klimaanpassung ein entscheidender Faktor. Trotzdem müsse Nachhaltiges Bauen laut Sandra Weeser MdB, Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen technologieoffen sein und einen intelligenten Materialmix zulassen. Denn nur durch eine konsequente Unterstützung zirkulärer Baustoffe wäre es möglich, resiliente Städte zum Schutz der Umwelt und der Menschen zu errichten. „Gerade in Zeiten des Klimawandels können wir uns keine Ressourceneinseitigkeit leisten – Vielfalt in den Materialien bedeutet auch mehr Widerstandskraft unserer Lebensräume“, so Weeser.

















