Wohnungsbau braucht Hilfe

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Foto: Roland Riethmüller

Aus eigener Kraft werde man die ehrgeizigen Ziele des Bundesbauministeriums nicht erfüllen können. Die Bauindustrie fordert daher eine bessere Zusammenarbeit von Politik, Immobilienwirtschaft und Bauwirtschaft. Nur mit seriellem Wohnungsbau, Kostensenkungen durch Überprüfung der steuerlichen Rahmenbedingungen sowie steuerlichen Förderungen kann nicht ausreichend bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden. Statt einer Wohnungsbauoffensive würden eher die Märkte den Wohnungsbau treiben.

Das Bundesbauministerium (BMUB) erwartet einen Bedarf von 400.000 neuen Wohnungen bis Ende des Jahrzehnts. Mit circa 265.000 Fertigstellungen im vergangenen Jahr und knapp 300.000 in diesem Jahr ist die Bauwirtschaft von diesem Ziel jedoch noch weit entfernt. Grund dafür sind die Rahmenbedingungen, die die Zielerfüllung zu einer echten Herausforderung für Politik, Immobilienwirtschaft und Bauwirtschaft macht. Denn schließlich ist nicht nur genügend neuen Wohnraum zu schaffen, dieser müsse auch für weniger einkommensstarke Bevölkerungsschichten bezahlbar sein.

Wohnungsbau muss stärker industrialisiert werden

Zur Lösung der Wohnungsengpässe forderte der scheidende Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB) Prof. Thomas Bauer Anfang Juni in Berlin eine stärkere Industrialisierung vom Wohnungsbau: „Statt bedingungslos dem Leitbild der Einzelfertigung zu folgen, sollten künftig stärker Prototypen geplant werden, die dann deutschlandweit in Serie umgesetzt werden können.“

Überprüfung der Kostentreiben im Wohnungsbau

Neben der seriellen Bauweise spricht sich der ehemalige HDB-Präsident vor allem für eine „Entrümpelung“ der Vorschriften aus. Denn vor allem auch die Beseitigung unnötiger Kostentreiber tragen entscheidend zur Erfüllung der  ehrgeizigen Ziele bei. Dazu  gehört neben der Überprüfung der Abstandsregelung in den Landesbauordnungen, der Lockerung der verpflichtenden Bereitstellung von Stellplätzen auch der Verzicht auf Vorgaben zur Fassaden- und Dachbegrünung. Überhaupt stellt Bauer die 16 unterschiedlichen Landesbauordnungen in Deutschland in Frage und fordert eine bundesweit einheitliche Bauordnung.

Zusätzlich staatliche Förderung vom Wohnungsbau

Allerdings sieht Bauer die Senkung der Kosten alleine nicht als ausreichendes Mittel, genügend bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Vielmehr hält er staatliche Förderungen für unabkömmlich und mißbilligt die Verzögerungen im Zusammenhang mit der Verabschiedung des Gesetzentwurfs über die Sonderabschreibung im Mietwohnungsbau. Bauer fordert daher noch in diesem Sommer eine schnelle Lösung für mehr Klarheit der Investoren.

Gleichzeitig warnt Bauer auch vor einer stärkeren Einflussnahme des Bundesjustizministeriums (BMJV) im Bezug auf die Mietpreisgestaltung. Eine Reduzierung der Umlagemöglichkeit für Modernisierungsmaßnahmen von bisher jährlich elf auf nur noch acht Prozent sowie die Verdoppelung des für die Ermittlung der ortsüblichen Vergleichsmiete maßngeblichen Mietspiegelzeitraums auf acht Jahre widerspricht den Bemühungen des BMUB. Zwar sei die Bundesbauministerin Dr. Barbara Hendricks mit ihrem 10-Punkteprogramm auf dem richtigen Weg, trotzdem fehlen die Rahmenbedigungen für eine Wohnungsbauoffensive. So schätzt die Bauindustrie, dass alleine der Druck auf den Wohnungsmärkten den Wohnungsbau antreiben und in diesem Jahr nominal für einen Umsatzanstieg von sechs Prozent sorgen werde.

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