Wachstumstreiber 2025: Welche Trends die Baubranche prägen

Die Bauzulieferindustrie steht vor einem fundamentalen Wandel: Fachkräftemangel, Nachhaltigkeit und die ESG-Transformation verändern komplette Geschäftsmodelle und Märkte der Bauwirtschaft. Der Trendradar 2025 zeigt die relevanten Themenfelder, die das Wachstum und die Stabilität der Baubranche sichern sollen. So wird insbesondere die industrielle Vorfertigung im kommenden Jahr als Wachstumstreiber gehandelt. Gleichzeitig fordern aber auch anspruchsvolle Finanzierungs- und Effizienzstrategien robustere Unternehmen. 

Wie verändert sich die Bauzulieferindustrie im kommenden Jahr? Welche Trends werden gebraucht, damit die Bauausführenden und Hersteller ihre Komfortzone verlassen? Und welche Auswirkungen haben diese Entwicklungen auf die Baubranche? Mit diesen Fragen hat sich die Management-Beratung Dr. Wieselhuber & Partner (W&P) im aktuellen Trendradar 2025 beschäftigt. Dabei sieht W&P-Partner Stephan Hundertmark vor allem drei große Themenbereichen, die für die Bauwirtschaft zunehmend an Bedeutung gewinnen werden: die industrielle Vorfertigung, die ESG-Transformation und die richtige Mischung aus Effizienzsteigerung und Zukunftsinvestition.

Vorfertigung ist 2025 der wichtigste Trend für die Bauzulieferindustrie

Demnach hat die industrielle Vorfertigung mit „prefab“ die höchste Auswirkung auf die Bauwirtschaft. Denn mal wieder wird über den dreistufigen Vertrieb in der Baubranche diskutiert. Doch nicht aus Vertriebsgründen, sondern aufgrund der volkswirtschaftlichen Entwicklung. Schließlich gehen immer mehr Babyboomer in Rente. Daraus resultiert ein Fachkräftemangel, der zu einem grundlegenden Wandel in der Bauwirtschaft führt. Rund 125.000 Handwerksbetriebe stehen vor einem Generationsübergang und immer weniger junge Leute entscheiden sich für eine duale Handwerksausbildung. Sollte das Bauvolumen wieder ansteigen, stellt sich die Frage, wer das alles bewerkstelligen soll, wenn immer weniger Fachpersonal vorhanden ist. Neben dem Mobilen Generalisten oder „Man in the van“, der online oder im Baumarkt einkauft, wird die industrielle Vorfertigung mit „prefab“ eine parallele Wertschöpfungskette mit Direktvertrieb und Industriegütermarketing etablieren. Genau hier liegt das Wachstum der Branche und so werden im kommenden Jahr die Marktanteile neu verteilt.

Trends zur Nachhaltigkeit in der Bauzulieferindustrie auf dem Prüfstand

Eine weitere Frage ist die nach den Trends in der Bauzulieferindustrie beim Thema Nachhaltigkeit. Noch im Jahr 2020 hat die Mehrheit der Bauzulieferindustrie ambitionierte Klima- und Recyclingziele verlauten lassen. Diese wurden jedoch in den letzten Jahren zunehmend verschoben oder sogar komplett verworfen. Denn vielfach waren die Erwartungen überzogen und so folgt nun die entsprechende Ernüchterung. In den Führungsetagen der Bauzulieferindustrie müssen folglich bisherige Trends in den Geschäftsmodellen hinsichtlich der Zukunftsfähigkeit kritisch hinterfragt werden. Dabei muss vor allem die richtige Mischung gefunden und konsequent auf die Chancen der ESG-Transformation ausgerichtet werden – von der Marktbearbeitung bis hin zur Leistungserstellung. ESG steht für Environmental, Social, Governance (Umwelt, Soziales, Unternehmensführung) und beschreibt Kriterien, die Unternehmen in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung erfüllen müssen, um nachhaltig und verantwortungsbewusst zu handeln.

Strategien für Stabilität und Wachstum in der Bauwirtschaft

Obwohl die Ausblicke in der Bauwirtschaft positiv sind, sind die Prognosen zur Baukonjunktur recht widersprüchlich. Effizienzsteigerung und Zukunftsinvestition sollte daher im Jahr 2025 auf der Management-Agenda stehen. Ein Lösungsansatz besteht darin, sich auf Geschäfte mit nachhaltigem Wachstum und stabilen Erträgen zu fokussieren. Gleichzeitig müssen die Unternehmen robust sein, damit eine eigenständige Handlungsfähigkeit abgesichert ist. Die Finanzierungsstruktur muss langfristig auch bei schlechten Geschäften tragfähig sein und müssen den notwendigen freien, verfügbaren Finanzmittel liefern. Dabei stellt sich die Frage, wo im Unternehmen Kosten gesenkt werden können. Gibt es eine Übersicht zur Planung der Liquidität, damit die Geschäftsleitung einen ausreichenden Handlungsspielraum hat? Wenn die Unternehmen der Bauzulieferindustrie diese Fragen beantworten können, sind sie für das Ende der Krise gerüstet.

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