Energetische Sanierung statt Neubau: Dachdecker fordern Umdenken

Energetische Sanierung statt Neubau: Dachdecker fordern Umdenken
Foto: Roland Riethmüller

Um die ambitionierten Klimaschutzziele zu erreichen, darf man sich nicht nur auf die Schaffung von neuem Wohnraum konzentrieren. Vielmehr sollte mehr saniert werden. Schließlich kann die energetische Sanierung einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende leisten. Außerdem muss die Bürokratie abgebaut und eine zukunftsfähige Doppelförderung geschaffen werden. Das sind die zentralen Forderungen des Deutschen Dachdeckerhandwerks. Denn auch zu viel Bürokratie hemmt die Umsetzung der Klimawende.

Statt mehr Wohnungen zu bauen, sollte mehr saniert werden. Zudem sollten Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) nur auf sanierten Dächern angebracht, eine zukunftsfähige Doppelförderung Dämmung/Solar geschaffen und die Bürokratie abgebaut werden. Das sind die wesentlichen Forderungen des Zentralverbands des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH). „Es scheint eine magische Zahl in der Bauwelt zu geben: 400.000. So viele Wohnungen sollen bis 2024 jedes Jahr gebaut werden. Aber warum eigentlich?”, fragt ZVDH-Hauptgeschäftsführer Ulrich Marx provokativ. “Zwei Dinge sprechen dagegen: Seit 2016 werden jährlich um die 300.000 Wohnungen fertiggestellt, mal mehr, mal weniger.” Angesichts der wirtschaftlichen Situation mit Lieferengpässen, explodierenden Baumaterialpreisen, Rohstoffknappheit und den ungewissen Auswirkungen des Ukraine-Kriegs sei einerseits die Zielerreichung mehr als unrealistisch. Auch müsse man sich andererseits der Frage stellen, ob tatsächlich 400.000 neue Wohnungen dringend benötigt seien. Mittelfristig dürfte laut Wirtschaftsexperten diese Zahl überdimensioniert sein. In Ballungszentren ist der Bedarf zwar hoch, doch auf dem Land oder in Kleinstädten droht der Leerstand. Dringend nötiger wäre vielmehr bezahlbarer Wohnraum.

Energetische Sanierung vom Gebäudebestand statt Neubau fördern

Geht es nach dem ZVDH, dann sollte eine zweifache Fördermaßnahme geschaffen werden. Die bereits bestehende 20 Prozent Förderung für die Dämmung der Gebäudehülle sollte um eine zusätzliche Förderung von 25 Prozent für Solaranlagen erweitert werden. Ein Bauherr würde somit bei dieser Kombination Dämmung und Solar mit 45 Prozent unterstützt werden. Bei den jetzigen Förderrichtlinien ist die Amortisationszeit deutlich zu lang. Noch ist die Bereitschaft der privaten Bauherren hoch, in Sonnen-Energie zu investieren. Das hält jedoch nicht ewig. Mit Schwerpunkt energetische Sanierung müsse die Regierung jetzt Förderprogramme auf den Weg bringen. Es ergibt keinen Sinn, dass der Neubau nur fünf Prozent des Gebäudebestands ausmacht, aber 60 Prozent Fördergelder bekommt.

Dachdecker fordern den Ausbau von Photovoltaik-Dachanlagen

Dabei sollten die Rahmenbedingungen für den Ausbau von Photovoltaik-Dachanlagen verbessert werden. Geplant ist eine Förderung, mit der man auskommt. Außerdem soll die Degression der gesetzlich festgelegten Einspeisevergütungssätze bis Anfang 2024 ausgesetzt und danach auf eine halbjährliche Degression umgestellt werden. Doch es gibt noch mehr, was die Dachdecker bemängeln. Der lang versprochene Abbau der Bürokratie müsse endlich umgesetzt werden. Das Handwerk kümmert sich zwar um die Energiewende und die energetische Sanierung, aber zu viel Papierkram hemmt das Vorhaben.

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