Der Anteil Erneuerbarer Energien in Deutschland ist auf dem Vormarsch. Doch gut drei Viertel der Bundesbürger fordern eine stärkere Förderung von “grünem Strom”, hat eine aktuelle Studie ergeben. Dabei wird gerade im Hinblick auf die Erzeugung von Gebäudeenergie von der Bundesregierung viel Potential verspielt. Doch nur mit einem politischen Richtungswechsel können die ambitionierten Klimaziele erreicht werden.
Während Energie aus fossilen Brennstoffen und Kernenergie immer weiter abnimmt, haben Erneuerbaren Energien mittlerweile bereits einen Anteil von rund 33 Prozent am deutschen Strommix. Der Gesetzgeber bewertet damit die Umweltbilanz der Stromerzeugung um 25 Prozent besser als noch vor zwei Jahren und senkte im Januar den EnEV-Primärenergiefaktor für Strom auf den historischen Tiefststand von 1,8.
Über die Hälfte der Bevölkerung wünscht eine komplett grüne Stromversorgung
Der Bevölkerung geht dies jedoch nicht weit genug. Laut einer Umfrage des Heiztechnikherstellers Stiebel Eltron unter 1.000 Bundesbürgern fordern 76 Prozent der Deutschen von der Bundesregierung, grünen Strom stärker zu fördern, um auf klimaschädliche Energien verzichten zu können. 62 Prozent wünschen sich sogar eine komplett grüne Stromversorgung.
Politische Weichenstellung zur Energieeffizienz fehlt
Dabei verspielt die Politik vor allem das energetische Potential der häuslichen Wärmeerzeugung. Zu diesem Ergebnis kommt der Stiebel Eltron Energie-Trendmonitor. Denn immerhin 90 Prozent des Energieverbrauchs in privaten Haushalten entfällt auf die Gebäudeenergie bei der Erzeugung von Warmwasser und Heizungswärme. Hier fehlen politische Weichenstellungen, mit moderner Umwelttechnik in deutschen Heizungskellern Energie einzusparen. Im Gegenteil: “Grüne Wärmepumpentechnik wird mit einer staatlichen Abgabenlast auf den Strompreis – die weit größer ist als bei Öl und Gas – ausgebremst”, so Rudolf Sonnemann, Geschäftsführer von Stiebel Eltron. Durch diese Energiepreispolitik stagniert Erneuerbare Wärme bei rund zehn Prozent.
Auch der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie (BDH), Andreas Lücke bestätigt den gesenkten Primärenergiefaktor für Strom. “Wer bereits heute ökologisch und ökonomisch sinnvoll mit Strom heizen möchte, kann dies ausschließlich mit hocheffizienten Wärmepumpen tun. Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe weist Jahresarbeitszahlen von weit über 4,0 auf. Das bedeutet, dass drei Teile Umweltenergie plus ein Teil Strom vier Teile Wärme ergeben.”
Mit grünem Strom Klimaziele erreichen
Der Energie-Trendmonitor hat gezeigt, dass gut drei Viertel der Deutschen von der Bundesregierung einen Richtungswechsel fordern. “Die Bundesregierung sollte die Chancen des grünen Stroms ergreifen, um die auf dem UN-Klimagipfel in Paris vereinbarten Ziele auch tatsächlich realisieren zu können”, empfiehlt daher auch Sonnemann.

















