Onlineshopping am Bau: dreistufiger Vertrieb oder Direkteinkauf?

Onlineshopping am Bau: dreistufiger Vertrieb oder Direkteinkauf?
Foto: Roland Riethmüller

Auch am Bau ist die Online-Beschaffung von Bauprodukten und Installationsmaterial keine Seltenheit mehr. Eine aktuelle Studie hat das Einkaufsverhalten und die Vorlieben der Bauprofis näher analysiert und dabei interessante Schlüsse gezogen. So hat der dreistufige Vertrieb auch online immer noch eine führende Rolle inne, verliert jedoch zusehends an Bedeutung. Trotzdem sind nicht die Onlinehändler, sondern eher die Hersteller per Direkteinkauf eine Bedrohung für den Fachhandel.

Nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie hat der Onlinehandel in den letzten Jahren einen erheblichen Auftrieb erhalten. Das betrifft auch den gewerblichen Einkauf im Baugewerbe. Mittlerweile bestellt fast jeder dritte Fachhandwerker oder Bauunternehmer die benötigten Baustoffe, Bauprodukte und Installationsmaterialien im Internet. Interessant ist dabei, dass klassische Onlineversender wie Amazon oder Ebay eher eine untergeordnete Rolle spielen. Das belegt eine aktuelle Befragung zum beruflichen Einkaufsverhalten und zu den individuellen Einkaufsvorlieben im Baugewerbe.

Auch online dominiert dreistufiger Vertrieb

Das Düsseldorfer Marktforschungsinstitut BauInfoConsult hat im Rahmen der Studie “Einkaufs- und Distributionstrends am Bau” die Aussagen von 484 Bauunternehmern, Dachdeckern, Zimmerern, Malern, Trockenbauern und SHK-Installateuren näher analysiert. Im Detail zeigt sich, dass der traditionelle dreistufige Vertrieb auch Online durchaus noch Bestand hat. So werden rund 60 Prozent der Online-Einkäufe auf Webseiten des Baustofffachhandels oder spezialisierten Fachhandels getätigt. Nur ein Prozent der Befragten bestellt bei allgemeinen Onlineanbietern wie Amazon oder Ebay. Selbst bei spezialisierten Webshops für Bauprodukte ohne Ladenlokale bestellen lediglich vier Prozent und nur zwei Prozent bei Webshops von Baumärkten.

Direkteinkauf beim Hersteller liegt im Trend

Die wahre Bedrohung des Fachhandels liegt also nicht bei Online-Anbietern. Vielmehr besteht ein Trend zum Direkteinkauf beim Hersteller. Denn mit einem Anteil von 33 Prozent wird jeder dritte Online-Einkauf direkt im Online-Shop der Hersteller getätigt. Für die Hersteller wird damit der Aufbau einer Direktvertriebsstrategie sehr lukrativ. Dem Vertrauensvorsprung der Hersteller können Fachhändler lediglich mit Kundenbindungsmaßnahmen beikommen.

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