Autarke Baustellen, vernetzte Städte und Gebäude sowie Bauwerksplanung mit Künstlicher Intelligenz: Das sind nur einige der Trends aus den zehn Zukunftsthesen, die Analysten kürzlich für die Immobilien- und Bauwirtschaft aufgestellt haben. Sie zeigen unter anderem, wie sehr Akteure in der Baubranche sich auf Veränderungen einstellen müssen, die für sie Herausforderung und Chance gleichermaßen darstellen.
Mehrere Trends in den Zukunftsthesen skizzieren Veränderungen bei dem, was gebaut wird. Allgemein wird laut der Beratungsgesellschaft Drees & Sommer ein Schwerpunkt auf Bestandsbauten gelegt, auf Wiederverwertung und Sanierung statt auf Abriss und Neubau. Notwendige Neubauten entstehen nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip im Rahmen der Kreislaufwirtschaft. Zu den Trends werden auch flexiblere Gebäude gehören. Statt einem speziellen Nutzen zu dienen, werden sie für eine einfache Veränderbarkeit und Variabilität konzipiert.
Die Gebäude werden smart und integrieren sich in smarte Städte, die wie sie selbst durch die Nutzung von Daten und künstlicher Intelligenz entstehen. Drees & Sommer sieht hier beispielsweise Trends zu sich selbst verwaltenden Gebäuden und Anlagen, die unter anderem technische Mängel frühzeitig erkennen und Servicetechniker kontaktieren, um Ausfällen vorzugreifen (predictive maintenance).
Zukunftsthesen betreffen auch die Arbeit in der Bauwirtschaft
Mehrere Zukunftsthesen betreffen weniger die entstehenden Bauwerke, sondern die Art und Weise, wie in der Bauwirtschaft gearbeitet wird. Bereits jetzt gehört es zu den Trends der Baubranche, mit Building Information Modeling (BIM) ein virtuelles Gebäude als digitaler Zwilling vor Baubeginn zu errichten, um Planungen zu visualisieren und erlebbarer zu machen. Die digitale Welt könnte darüber hinaus dazu dienen, Schulungen und Weiterbildungen auch im Bauwesen verstärkt mit Virtual Reality-Technologie zu verbinden und Reisen zu Schulungsorten zu reduzieren.
Es stehen Veränderungen an, die ein neues Zeitalter einläuten
Die autarke Baustelle ist vielleicht einer der Trends, die die Baubranche am direktesten betreffen. In Ansätzen ist das, was von Drees & Sommer skizziert wird, ja bereits heute vorhanden. Die Rede ist von Robotern und autonomen Maschinen wie selbst gesteuerten Baggern auf Baustellen sowie von einer Baustellenüberwachung durch Kameras und Sensoren, die unter anderem den Arbeitsfortschritt und den Zustand der Maschinen erfassen. Nötig ist auch hierfür der Einsatz fortgeschrittener Methoden der Datenanalyse und künstlicher Intelligenz.
Erste Zukunftsthesen gab es bereits vor zwei Jahren
Die aktuellen zehn Thesen sind der Nachfolger einer ersten Analyse, die Dress & Sommer bereits im Jahr 2021 veröffentlicht hat. Die Veränderungen, die etwa durch den fortschreitenden Einsatz künstlicher Intelligenz entstehen, setzt das Analyseteam in ihrer Bedeutung mit der Elektrifizierung oder der Erfindung der Dampfmaschine gleich.
Darüber hinaus können die Zukunftsthesen zu Gedanken inspirieren, wie die Zukunft aussehen könnte und wie sich Unternehmen am besten sanft auf mögliche Veränderungen einstellen. Die entstehen nicht alleine durch den technischen Fortschritt, sondern werden auch von neuen Generationen, Naturereignissen und globalen Geschehnissen geformt. Wie die Immobilien und Bauwirtschaft in ferner Zukunft wirklich aussehen wird, lässt sich deshalb nur erahnen. Wichtig ist aus diesem Grund der stetige Austausch vieler Akteure.

















