Hoffnung für 2026: Bau-Turbo soll Wende bringen

Foto: 1footage / envatoelements

Auch in diesem Jahr steckt die deutsche Bauwirtschaft weiter im Tief: Hohe Baukosten, schwache Nachfrage und stockender Wohnungsneubau prägen das Bild. Laut einer aktuellen Untersuchung bleibt es weiter ein Verlustjahr, doch im kommenden Jahr 2026 soll die Baukonjunktur endlich wieder Fahrt aufnehmen. Fachkräftemangel, Prefab-Trends und steigende Nachfrage nach nachhaltigem Bauen bestimmen die Zukunft. Gleichzeitig wecken politische Maßnahmen wie der „Bau-Turbo“ erste Hoffnung auf schnellere Genehmigungen und neue Investitionen.

Die deutsche Bauwirtschaft befindet sich in einer schwierigen Übergangsphase. Nach einem kurzen Hoffnungsschimmer zu Beginn des Jahres 2025 ist die Branche erneut mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Zwar sorgen staatliche Fördermaßnahmen und steuerliche Erleichterungen für neue Impulse, doch im Wohnungsneubau bleibt die Lage angespannt. Die aktuelle „Jahresanalyse Deutschland 2025/2026“ des Marktforschungsinstituts BauInfoConsult prognostiziert für das laufende Jahr ein weiteres Verlustjahr im Wohnungsbau, bevor im Jahr 2026 endlich eine spürbare Erholung einsetzen dürfte. Denn in Teilen hat sich die Baukonjunktur durchaus stabilisiert, doch der Markt für neue Wohngebäude leidet weiterhin unter schwacher Nachfrage und hohen Baukosten. Die Studie erwartet, dass die im Jahr 2025 angestoßenen Genehmigungsprozesse erst im Folgejahr 2026 in den Fertigstellungszahlen sichtbar werden. Für Bauunternehmen bedeutet das: Augen zu und durch, bevor die Trendwende greift. Regional wird der Süden am stärksten von der Erholung profitieren, während im Norden nur eine minimale Verbesserung in Sicht ist

Bau-Turbo gegen demografischen Druck auf den Wohnungsmarkt

Die Nachfrage nach Wohnraum bleibt ungebrochen hoch. Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) rechnet bis zum Jahr 2030 mit einem Bedarf von jährlich 330.000 neuen Wohnungen, vor allem im innerstädtischen Mehrfamilienhausbau. Trotz einer alternden Gesellschaft wird die Zahl der Haushalte weiter steigen. Denn inzwischen ist schon ein Drittel der Bevölkerung über 60 Jahre alt. Das führt zu einer wachsenden Kluft zwischen Bedarf und tatsächlicher Bautätigkeit, die insbesondere in Metropolen und Ballungsräumen für Engpässe sorgt

Wohnungsbau mit Prefab und Nachhaltigkeit prägen die Trends

Ein klarer Zukunftstrend bleibt der serielle und modulare Bau. Schon im Jahr 2024 enthielt jedes fünfte Bauprojekt Elemente aus der industriellen Vorfertigung. Bis zum Jahr 2030 wird eine Verdopplung des Anteils erwartet. Während Beton das dominierende Fassadenmaterial bleibt, gewinnt Holz zunehmend an Bedeutung. Parallel dazu setzen Hersteller verstärkt auf Recyclingfähigkeit: Mehr als zwei Drittel planen, ihre Produkte bis zum Jahr 2035 nahezu vollständig kreislauffähig zu gestalten. „Robotik und 3D-Druck machen das Bauen aus dieser Sicht genauer, billiger und schneller“, so die Einschätzung von Architekturbüros in der Studie

Politische Maßnahmen zeigen erste Wirkung auf die Baukonjunktur

Die Bundesregierung versucht, die Branche mit einem „Bau-Turbo“ zu entlasten. Schnellere Genehmigungen, zusätzliche Mittel für sozialen Wohnungsbau und neue steuerliche Anreize sollen die Investitionsbereitschaft stärken. Auch der angekündigte „Investitionsbooster“ mit verbesserten Abschreibungsmöglichkeiten dürfte Wirkung zeigen. Dennoch kritisieren Marktakteure die ausbleibende Rückkehr der EH-55-Förderung, die für viele Projekte ein entscheidender Faktor wäre

Innovative Bauweisen bieten Lichtblicke und Risiken

Während der Wohnungsbau ab dem Jahr 2026 wieder zulegen soll, bleiben die Aussichten im Nichtwohnungsbau eingetrübt. Besonders Büro-, Industrie- und Handelsimmobilien verzeichnen Rückgänge. Eine Sonderkonjunktur im Hotel- und Gastronomiebau unterstreicht dagegen, wie stark serielles Bauen die Bauzyklen beschleunigen kann. Damit deutet sich an, dass innovative Bauweisen künftig nicht nur Effizienz, sondern auch Stabilität in den Markt bringen könnten.

Wird der „Bau-Turbo“ die Wende im Wohnungsbau wirklich schaffen?

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Was will Merz & Co oder Bert Rürup oder Verena Hubertz beim Wohnungsbau für jedes Einkommen anders machen bzw. können – und mit welchen Baupartnern?

Und, was ist an dem aktuellen Koalitionspapier in Bezug auf den Wohnungsbau anders als das Koalitionspapier der Ampel in Bezug auf den Wohnungsbau?

Bekanntlich wurde davon kein einziger Punkt, außer der Typengenehmigung, erfüllt.
Was wurde bisher dagegen bzw. dafür getan?

In den letzten 10 Jahren gab es die verschiedensten Bündnisse und Wettbewerbe mit immer der gleichen Aufgabenstellung: Intensivierung des Wohnungsbaus für Haushalte mit geringem Einkommen.

Bspw.:
• „Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen“ in 2014 (Barbara Hendricks) und als Neuauflage in 2022 (Klara Geywitz)
• „Europäischen Ausschreibung für modulares und serielles Bauen“, in 2018 (GdW)
• Rahmenvereinbarung „Serielles und modulares Bauen 2.0“, in 2023 (GdW)
• Runder Tisch „Serielles, modulares & systemisches Bauen“ an der Bundesstiftung Bauakademie
• Taskforce Wachstumsinitiative Wohnungsbau (Leitung Bert Rürup)
Die haben aber alle das Ziel nicht erreicht.

Ut aliquid fieri videatur, wie wir Lateiner sagen würden.

Hinzu kommt noch, dass es keine zukunftsfähige Lösung sein kann, wenn beim Wohnungsneubau mit Subventionen, auch geförderter Wohnungsbau genannt, die sogenannte Sozialbindung nach 15 Jahren wegfällt und diese Wohnungen dann zu „Marktmieten“ angeboten werden können.
Vermutlich müssen dann sehr viele Mieter aus finanziellen Gründen ihre Wohnung, sowie ihre damit verbundenen und seit langem bestehenden sozialen Beziehungen, aufgeben.

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